Axsome Aktie: Richterin weist Aktionärsklage ab
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 17:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas US-Biotech-Unternehmen Axsome Therapeutics kann ein juristisches Risiko abhaken. Am Donnerstag wies Richterin Lorna G. Schofield eine derivative Aktionärsklage gegen amtierende Führungskräfte und Verwaltungsratsmitglieder des Unternehmens ab.
Im Raum stand der Vorwurf, die Verantwortlichen hätten Probleme im Zulassungsprozess eines Migränemedikaments verschleiert. Das Gericht befand, die Klage begründe keinen tragfähigen Anspruch auf Beitragsleistung. Weder ein Richter noch eine Jury hatten den vier Beschuldigten in der vorangegangenen Sammelklage wissentliche Wertpapierverstöße nachgewiesen.
Mit der Abweisung schüttelt Axsome eine monatelange rechtliche Belastung ab. Für Anleger verschwindet damit ein Unsicherheitsfaktor aus dem Umfeld der Unternehmensführung, der wiederholt für Unruhe gesorgt hatte.
Auvelity verzeichnet kräftiges Verschreibungswachstum
Parallel zu den rechtlichen Neuigkeiten liefern Branchendaten positive Impulse für das operative Geschäft. Bei Auvelity, dem wichtigsten Präparat im Portfolio des Unternehmens, zogen die Verordnungen in den USA zuletzt deutlich an.
Laut Marktdaten von IQVIA für die Woche bis zum 9. Oktober stiegen die Gesamtrezepte im Vorjahresvergleich um 35 Prozent. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen summierte sich das Plus gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt auf 36 Prozent.
Bemerkenswert ist vor allem der hohe Anteil der Erstverschreibungen: Rund 58 Prozent aller erfassten Auvelity-Rezepte entfielen zuletzt auf Neueinstellungen. Dieser Wert unterstreicht, dass das Medikament bei Fachärzten zunehmend neue Patientengruppen erschließt und nicht nur auf Folgerezepte angewiesen ist.
Indikationserweiterung treibt Marktchancen
Hinter der Beschleunigung steht unter anderem die Ausweitung des Anwendungsbereichs. Axsome hatte im April 2026 die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA für den Einsatz von Auvelity zur Behandlung von Agitation bei Alzheimer-Patienten erhalten.
Die offizielle Markteinführung für diese Indikation erfolgte im Juni 2026. Das zugrundeliegende Entwicklungsprogramm umfasste vier kontrollierte Phase-III-Studien sowie eine Langzeit-Sicherheitsstudie mit mehr als 1.000 Probanden.
Agitation gilt in der Betreuung von Demenzkranken als gravierende Belastung. Nach Unternehmensangaben sind bis zu 76 Prozent der Alzheimer-Patienten von entsprechenden Verhaltenssymptomen betroffen. Axsome stößt hier in ein wachstumsstarkes Segment vor, in dem bislang nur wenige zugelassene Therapieoptionen zur Verfügung stehen.
Indexanpassung stützt institutionelles Profil
Zusätzliche Aufmerksamkeit im institutionellen Handel zeichnet sich für den kommenden Monat ab. Der Indexanbieter Solactive nimmt Axsome Therapeutics mit Handelsbeginn am 5. November im Zuge der ordentlichen Anpassung in den Evaluate Global Pharma Index auf. Eine solche Aufnahme sorgt in der Regel für Umschichtungen bei passiven Fonds, die den Index abbilden.
An der Börse spiegelte sich der fundamentale Fortschritt vor dem Wochenende noch nicht wider. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Abschlag von 3,1 Prozent bei 139,80 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch trennt das Papier ein Abstand von minus 38 Prozent. Im Fokus der Anleger dürfte nun die Frage stehen, wie schnell sich die steigenden Verordnungszahlen in den nächsten Quartalsberichten niederschlagen.
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