Axsome, Aktie

Axsome Aktie: Jefferies senkt AUVELITY-Prognosen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Axsome steigerte den Quartalsumsatz um 52 Prozent und verringerte den Nettoverlust; Jefferies reduzierte seine AUVELITY-Schätzungen für 2026–2027.
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Labors mit Fokus auf biotechnologische Forschung und klinische Analyse. Illustration mit AI erstellt.

Jefferies hat heute die Umsatzprognosen für Axsomes wichtigstes Produkt AUVELITY zurückgenommen. Damit rücken nach den Quartalszahlen die Erwartungen an den weiteren Absatz in den Mittelpunkt: Axsome wächst kräftig und reduziert die Verluste. Die Perspektiven für AUVELITY beurteilen Analysten dennoch unterschiedlich.

Der Rückgang steht damit einem verbesserten operativen Ergebnis gegenüber. Für Anleger ist entscheidend, wie sich das bestehende Geschäft und die neuen Einsatzgebiete entwickeln – nicht allein, ob der gemeldete Gesamtumsatz die Erwartungen übertrifft.

AUVELITY bleibt der entscheidende Wachstumstreiber

AUVELITY erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 207,6 Mio. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Wachstum von 53%. Das Produkt stellt damit weiterhin den größten Umsatzbeitrag innerhalb des Portfolios.

Nach Einschätzung von Jefferies war es das erste vollständige Quartal mit Verkäufen für die Behandlung von Alzheimer-Agitation. Gerade diese Erweiterung macht die weitere Entwicklung für Anleger bedeutsam: Der bisherige Umsatzanstieg und die langfristigen Absatzchancen sind getrennt zu beurteilen.

Jefferies senkte die AUVELITY-Prognosen für 2026–2027. Die niedrigere kurzfristige Erwartung bedeutet somit keine Abkehr von der langfristig positiven Einschätzung.

TD Cowen setzt einen anderen Akzent. Analyst Joseph Thome hält die Sorgen um die Markteinführung bei Alzheimer-Agitation für übertrieben. Nach seiner Darstellung erwartet das Management eine Beschleunigung, sobald die erweiterte Zulassung und das größere Vertriebsteam ihre volle Wirkung entfalten.

Thome bezeichnete die Aktie als deutlich unterbewertet. Beide Häuser bleiben damit grundsätzlich positiv. Ihre Kursziele unterscheiden sich allerdings erheblich.

Wachstum und geringere Verluste

Axsome meldete heute für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 259,7 Mio. US-Dollar. Das waren 52% mehr als im Vorjahresquartal. Damit legt das Unternehmen nicht nur bei seinem Hauptprodukt zu, sondern auch im Gesamtgeschäft.

Der Wachstumskurs brachte Axsome zugleich näher an die Gewinnschwelle. Profitabel ist das Unternehmen jedoch noch nicht. Die stärkeren Erlöse und der verbleibende Verlust müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Der Nettoverlust verringerte sich auf 12,9 Mio. US-Dollar nach 47,2 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Je Aktie betrug der Verlust 0,25 US-Dollar. Die Verbesserung fiel damit deutlich aus.

Auch die kleineren Produkte legten zu. SUNOSI erreichte einen Umsatz von 48,2 Mio. US-Dollar. SYMBRAVO steuerte 3,9 Mio. US-Dollar bei und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 88%.

Bei der Bewertung der Erlöse lohnt sich allerdings ein Blick auf deren Zusammensetzung. Das SUNOSI-Geschäft umfasst neben Produktverkäufen auch Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen. Nicht jeder Umsatzbestandteil beruht damit auf laufenden Produktverkäufen.

Auf SUNOSI entfielen 38,5 Mio. US-Dollar Produktumsatz, 1,2 Mio. US-Dollar Lizenzgebühren und 8,5 Mio. US-Dollar Meilensteinumsatz. Diese Aufteilung ist für die Einordnung des Quartals wichtig.

Kosten und Finanzierung im Blick

Das Umsatzwachstum ging mit höheren Ausgaben einher. Axsome investierte weiter in Forschung und Entwicklung sowie in Vertrieb und Verwaltung. Die Kostenbasis bleibt deshalb ein wesentlicher Faktor auf dem Weg zu einem positiven Cashflow.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 50,6 Mio. US-Dollar und stiegen um 26%. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten erreichten 203,1 Mio. US-Dollar. Für das Schlussquartal erwartet das Management zudem leicht höhere Rabatte.

Die Finanzierung beurteilt Axsome weiterhin zuversichtlich. Diese Aussage ist jedoch eine Einschätzung auf Grundlage des aktuellen Geschäftsplans und keine Zusage, dass zusätzliche Mittel unter allen Umständen entbehrlich bleiben.

Zum Quartalsende verfügte Axsome über 313,9 Mio. US-Dollar an Barmitteln. Nach Unternehmensangaben reicht dieser Bestand nach dem aktuellen Plan bis zum Erreichen eines positiven Cashflows.

Klinische Termine ergänzen das Absatzgeschäft

Neben AUVELITY bietet die Entwicklungspipeline weitere mögliche Impulse. Axsome erwartet im ersten Quartal 2027 Ergebnisse der Solriamfetol-Studie bei Binge-Eating. Für AXS-12 liegt das FDA-Zieldatum bei Kataplexie im Zusammenhang mit Narkolepsie am 1. Mai 2027.

Weitere Ergebnisse betreffen Solriamfetol bei pädiatrischem ADHS und Schichtarbeitsstörung sowie AXS-05 zur Raucherentwöhnung. Diese Daten erwartet das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2027. Positive Studienausgänge sind damit nicht vorweggenommen.

Axsome verbindet starkes Umsatzwachstum mit einem deutlich niedrigeren Verlust. Die gesenkten Jefferies-Prognosen zeigen zugleich, dass die Erwartungen an AUVELITY anspruchsvoll bleiben. Für die weitere Einordnung zählen deshalb sowohl der Absatz im erweiterten Einsatzgebiet als auch die angekündigten klinischen Ergebnisse.

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