AxoGen Aktie: 200 Millionen für Nahtlos-Technologie
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AxoGen greift tief in die Tasche. Der Spezialist für periphere Nervenreparatur kauft das privat gehaltene Medizintechnik-Unternehmen BioCircuit Technologies für 200 Millionen Dollar in bar. Finanziert wird der Deal über eine frisch platzierte Kapitalerhöhung — ein Schritt, der zeigt, wie ernst es AxoGen mit der Erweiterung seines Portfolios meint.
Nahttechnik ohne Nadel
Im Zentrum der Übernahme steht NerveTape, laut Unternehmensangaben das erste von der FDA zugelassene Gerät für die nahtlose Reparatur durchtrennter Nerven.
Die Technologie erlaubt Chirurgen, Nervenenden ohne Mikronähte auszurichten und zu verbinden — ein Verfahren, das bislang hohe mikrochirurgische Fertigkeiten voraussetzte. AxoGen erhofft sich davon einen breiteren Zugang zu Operationssälen und Chirurgen, die bisher nicht auf Nervenreparatur spezialisiert sind.
Die in Atlanta ansässige BioCircuit wurde unter anderem von der US-Gesundheitsbehörde NIH sowie privaten Investoren wie Alsora Capital und dem GRA Venture Fund unterstützt.
Von den 200 Millionen Dollar Kaufpreis werden zunächst 1 Million Dollar zurückgehalten, bis mögliche Kaufpreisanpassungen nach Abschluss geklärt sind. Der Deal soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich üblicher Bedingungen — darunter die Ausgliederung von BioCircuits Elektronik-Forschungssparte.
Kapitalerhöhung deckt den Kaufpreis
Um die Übernahme zu stemmen, hat AxoGen eine Aktienplatzierung im Umfang von 4.910.000 Stück zum Preis von 42,50 Dollar je Aktie durchgeführt. Das bringt brutto rund 208,7 Millionen Dollar ein — mehr als der Kaufpreis für BioCircuit selbst. Den Banken um BofA Securities, Jefferies und Wells Fargo Securities wurde zudem eine 30-tägige Option auf weitere 736.500 Aktien eingeräumt.
Die Kapitalerhöhung ist nicht an den Abschluss der BioCircuit-Übernahme gekoppelt. Sollte der Deal scheitern, will AxoGen die Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke nutzen, etwa Betriebskapital und Investitionen. Ein neuer Ausgabeposten für Altaktionäre also, dessen Verwässerungseffekt der Markt bereits eingepreist haben dürfte — Aktien im Wert von über 200 Millionen Dollar kommen schließlich nicht ohne Preis.
Nach eigenen Angaben des Managements soll die Übernahme im ersten Jahr nach Abschluss das Umsatzwachstum, die bereinigte EBITDA-Marge und den bereinigten Gewinn je Aktie steigern, bei weiterhin positivem freiem Cashflow. Eine aktualisierte Jahresprognose für 2026 will AxoGen erst nach Abschluss der Transaktion vorlegen, der vollständige Ausblick für 2027 folgt dann im ersten Quartal des kommenden Jahres.
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