AVIVA Aktie: Fordert strengere Kontrollen gegen Ghost-Broker
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 18:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gestern hat Aviva eine engere Zusammenarbeit von Versicherern, Online-Plattformen, Verbraucherschützern, Aufsichtsbehörden und der Polizei gefordert. Anlass ist die deutliche Zunahme betrügerischer Aktivitäten im Internet.
Im Zentrum der Initiative stehen sogenannte Ghost-Broker, die gefälschte Policen vertreiben, sowie unzureichend kontrollierte Finanzanzeigen. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnete Aviva bei Anfragen zur Löschung solcher Scheinmakler mehr als das Achtfache des Niveaus aus dem gesamten Vorjahr.
Steigende Belastung durch gefälschte Schadensmeldungen
Parallel zu den Aktivitäten im Netz sieht sich das Unternehmen mit einer Rekordwelle manipulierter Schadensmeldungen konfrontiert. Im Jahr 2025 deckte Aviva betrügerische Versicherungsansprüche im Gesamtwert von 230 Millionen Pfund auf.
Besonders stark kletterte das Volumen aufgedeckter Täuschungen im Bereich der Kfz-Versicherungen, wo der Wert um 39 Prozent anzog. Auch bei den konzerneigenen Marken im Bereich der Hausversicherungen verzeichnete das Unternehmen einen zweistelligen Zuwachs unberechtigter Forderungen.
Erschwert wird die Aufdeckung vor allem durch den zunehmenden Einsatz moderner Technologien. Manipulierte Dokumente und mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder machen es Schadensprüfern schwerer, fingierte Vorfälle schnell zu entlarven. Die finanziellen Dimensionen einzelner Delikte fallen dabei ins Gewicht: In einem konkreten Einzelfall summierten sich die eingereichten Forderungen auf 470.000 Pfund.
Für die Assekuranz bedeutet diese Entwicklung einen spürbar höheren operativen Aufwand bei der Schadensprüfung. Gelingt es nicht, derartige Betrugsversuche frühzeitig abzufangen, drohen zusätzliche Belastungen für die Schadensquoten und das operative Ergebnis.
Druck auf Digitalplattformen und Regulierer
Vor diesem Hintergrund drängt Aviva auf verbindliche Prüfpflichten für Finanzwerbung auf Online-Plattformen sowie zügigere Löschungen verdächtiger Profile. Daten der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom unterstreichen die Dimension des Problems: Rund 51 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich stießen bereits auf potenziell betrügerische Anzeigen, mehr als ein Drittel sogar regelmäßig.
Die Behörde beziffert die daraus resultierenden jährlichen Verluste im Land auf durchschnittlich über 200 Millionen Pfund. Eine regulatorische Entscheidung von Ofcom wird für das kommende Jahr erwartet.
Am Markt legte die Aviva-Aktie heute um 2,7 Prozent auf 8,23 Euro zu. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 23,98 Milliarden Euro richtet sich der Blick der Anleger darauf, ob regulatorische Eingriffe den Prüf- und Schadenaufwand künftig wirksam dämpfen können.
AVIVA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AVIVA-Analyse vom 6. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten AVIVA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AVIVA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AVIVA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
