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AUTO1 Group Aktie: Handelssystem zahlt sich aus

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AUTO1 steigerte im dritten Quartal den bereinigten operativen Gewinn; der Umsatz blieb leicht hinter den Analystenerwartungen.
Modernes Logistikzentrum für Automobile in einer professionellen, atmosphärischen Darstellung. Illustration mit AI erstellt.

Starkes Gewinnwachstum, aber leicht verfehlte Erwartungen: Die Zahlen zum dritten Quartal sorgten bei AUTO1 zunächst für gemischte Reaktionen. Am Vormittag lag die Aktie im Minus, am Nachmittag drehte sie in Frankfurt um rund ein Prozent ins Plus. Seit Jahresbeginn hat das Papier trotzdem etwa ein Drittel an Wert verloren.

Profitabelstes Quartal der Firmengeschichte

Der Betreiber von Plattformen wie "wirkaufendeinauto.de" und "Autohero" verkaufte gut 242.800 Fahrzeuge, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um gut ein Zehntel auf gut 2,3 Milliarden Euro. Das lag etwas unter den Analystenerwartungen.

Beim bereinigten operativen Ergebnis fiel die Bilanz anders aus. Es sprang um fast die Hälfte auf knapp 76 Millionen Euro und übertraf die Schätzungen. Der Überschuss erreichte gut 37 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Konzernchef Christian Bertermann sprach vom profitabelsten Quartal in der Geschichte des Unternehmens.

Neues Handelssystem hebt die Marge

Der Treiber ist der Bruttogewinn pro Fahrzeug. Er legte um knapp fünf Prozent auf gut 1.200 Euro zu, laut Unternehmen dank des neu eingeführten Handelssystems. Im Händlergeschäft blieben gut 1.000 Euro hängen. Beim Verkauf an Privatkunden waren es fast 2.800 Euro.

Dieses Privatkundengeschäft wächst besonders dynamisch, macht bisher aber nur einen Bruchteil des Absatzes aus. Hier liegt Potenzial, zumal die Marge deutlich höher ausfällt.

Prognose bestätigt, Analysten gemischt

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen Zielen fest. AUTO1 will zwischen 940.000 und einer Million Fahrzeuge verkaufen. Das bereinigte EBITDA soll 250 bis 275 Millionen Euro erreichen. Nach neun Monaten stehen knapp 732.000 Fahrzeuge und 194 Millionen Euro zu Buche.

JPMorgan beließ die Einstufung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 34 Euro. Analyst Marcus Diebel nannte die Zahlen in einer ersten Einschätzung "etwas enttäuschend", da Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis den Konsens verfehlt hätten.

Jefferies-Experte Giles Thorne richtet den Blick auf die Wachstumsraten. Die Analystenschätzungen lägen durchweg am oberen Ende der Unternehmensziele, der Spielraum für positive Überraschungen sei damit begrenzt.

Um die Jahresziele zu erreichen, muss AUTO1 im Schlussquartal noch gut 208.000 Fahrzeuge verkaufen, um die untere Zielmarke zu erreichen, und beim bereinigten EBITDA mindestens 56 Millionen Euro erzielen.

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