Austal, Aktie

Austal Aktie: Zwei Bieter ringen um US-Geschäft

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hanwha und Wildcat legten unverbindliche Milliardenangebote vor; Austal führt Gespräche, eine Verkaufsentscheidung steht noch aus.
Moderne Werftanlage in der Dämmerung mit Stahlkonstruktionen von Schiffen, symbolisch für die Verteidigungsindustrie. Illustration mit AI erstellt.

Die Übernahmegespräche um das US-Geschäft des Schiffbauers Austal gewinnen an Dynamik. Das Unternehmen verlängerte die Frist zur Buchprüfung für die Hanwha Defence USA und leitete konkrete kommerzielle Verhandlungen über einen Verkauf von Austal USA ein. Parallel dazu verhandelt der Schiffbauer weiter mit einem zweiten Interessenten, der Wildcat Infrastructure. Beide Bieter haben vorläufige Angebote im Milliardenbereich vorgelegt.

Zwei Bieter im Milliarden-Poker

Beide vorliegenden Offerten für die amerikanische Tochtergesellschaft sind unverbindlich. Hanwha Defense USA bietet eine Spanne von 1,05 bis 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Offerte von Wildcat Infrastructure fällt mit 1,25 bis 1,35 Milliarden US-Dollar noch etwas höher aus.

Eine endgültige Entscheidung hat Austal bislang nicht terminiert. Für einen Vollzug der Transaktion sind umfassende behördliche Genehmigungen erforderlich, da der Schiffbau eng mit sicherheitspolitischen Interessen verknüpft ist. In Mobile beschäftigt Austal USA mehr als 3.000 Mitarbeiter. Die Expansionspläne des Unternehmens zielen darauf ab, diese Belegschaft auf mindestens 5.000 Beschäftigte auszubauen.

Hohe Bedeutung der US-Sparte

Die Verhandlungen betreffen das Herzstück des Unternehmens: Austal erwirtschaftet den größten Teil seines Konzernumsatzes mit dem Schiffbau in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig birgt dieser Schwerpunkt erhebliche operationelle Risiken.

Neben der starken Kundenkonzentration auf staatliche Auftraggeber belasten komplexe US-Programme, mögliche Kostenüberschreitungen und Terminverzögerungen das Profil. Zudem bindet ein laufender Bilanzierungsfall rund um einen Schiffbauvertrag für Schlepp- und Bergungsschiffe der US Navy Ressourcen.

Auf operativer Ebene verzeichnete der US-Zweig zuletzt messbare Meilensteine. Austal USA schloss die Ausrüstung des schwimmenden Trockendocks AFDM 15 ab, dessen Auslieferung für das erste Quartal 2027 geplant ist. Der ursprüngliche Bauvertrag aus dem Jahr 2022 belief sich auf 128 Millionen US-Dollar, ergänzt um eine Vertragsanpassung über 11,6 Millionen US-Dollar.

Am Dienstag besichtigte Vizeadmiral Joseph Cahill zudem die Werft in National City, wo das Dock Independence einen Wartungsauftrag über 10,8 Millionen US-Dollar für das Kriegsschiff USS Oakland ausführt.

Bewertung an den Börsen

An den Kapitalmärkten stoßen die Annäherungen auf Beachtung. Am Freitag ging die Austal-Aktie im europäischen Handel mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 2,44 Euro aus dem Handel. Auf diesem Kursniveau beläuft sich die gesamte Marktkapitalisierung des Konzerns auf rund 1,02 Milliarden Euro.

Die vorliegenden Gebote für den US-Arm übersteigen damit umgerechnet den gesamten Börsenwert des Konzerns. Ob die Verhandlungen tatsächlich zu einer formellen Übernahmevereinbarung führen, hängt nun maßgeblich an den weiteren Schritten der Bieter und den anstehenden Prüfungen der US-Regulierer.

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