Aurubis Aktie: Roßmann-Gruppe kontrolliert 21,58 Prozent
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 20:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Eigentümerstruktur des Hamburger Kupferkonzerns Aurubis erfährt derzeit eine deutliche Verschiebung durch den Ausbau der Beteiligungen privater Investoren.
Vor gut zwei Wochen wurde über eine Stimmrechtsmitteilung der Rossmann Beteiligungs GmbH bekannt, dass das Unternehmen von Dirk Roßmann seinen Zugriff auf die Anteile massiv ausgeweitet hat. Inklusive Finanzinstrumenten wie Put-Optionsscheinen und Knock-Out-Zertifikaten kontrolliert die Gruppe nun insgesamt 21,58 Prozent der Stimmrechte.
Strategische Allianz im Aktionariat
Dieser Schritt folgt auf eine weitere Konsolidierung im Aktionärskreis zu Beginn des Monats. Die GP Günter Papenburg AG erhöhte ihren Anteil am 6. August von zuvor 3,07 Prozent auf 5,01 Prozent. Damit festigt sich ein Block niedersächsischer Investoren im Umfeld der Aurubis-Zentrale.
Zusammen mit der Salzgitter AG, die laut Unternehmensangaben rund 25,5 Prozent der Anteile hält und im ersten Halbjahr 2026 einen Ergebnisbeitrag von 193 Millionen Euro aus dieser Beteiligung verbuchte, konzentriert sich die Macht bei drei großen Ankeraktionären.
Das Wertpapier spiegelt das Vertrauen der Investoren in den vergangenen Monaten deutlich wider. Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 178,00 Euro. Damit verzeichnet der Wert seit Jahresbeginn ein Plus von 44 Prozent. Die gesamte Marktkapitalisierung der Aurubis AG beläuft sich somit auf 7,70 Milliarden Euro.
Operative Erholung durch Preisdynamik
Hintergrund des gesteigerten Investoreninteresses dürfte die robuste operative Entwicklung sein. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte Aurubis das operative Vorsteuerergebnis (EBT) um 31 Prozent auf 374 Millionen Euro. Vor gut drei Wochen präzisierte das Management infolgedessen die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet nun ein Ergebnis am oberen Ende der Spanne von 425 bis 525 Millionen Euro.
Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind die Marktkonditionen bei Kupfer und Schwefelsäure. Im Juni 2026 lagen die Kupferpreise bei rund 160 Prozent des Niveaus vom September 2023. Noch deutlicher fiel die Entwicklung bei Schwefelsäure aus, einem Nebenprodukt der Kupferherstellung: In Nordwest-Europa stiegen die Spotpreise auf über 750 Prozent des Vergleichswerts von vor drei Jahren. Ursächlich hierfür sind laut Unternehmensangaben Lieferengpässe durch Beschränkungen in der Nahost-Schifffahrt sowie ein Exportverbot aus China.
Fortschritte bei der globalen Expansion
Parallel zur finanziellen Erholung treibt der Konzern sein strategisches Investitionsprogramm voran, das ein Gesamtvolumen von 1,7 Milliarden Euro umfasst. Bis Ende Juni 2026 waren bereits 90 Prozent dieser Mittel realisiert. Ein Meilenstein war die erfolgreiche Inbetriebnahme des Großprojekts Complex Recycling in Hamburg im vergangenen Monat, das künftig rund 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial verarbeiten soll.
Auch die internationalen Standorte melden Fortschritte. In den USA befindet sich das neue Werk Aurubis Richmond in der ersten Phase des Hochlaufs, während die Vorbereitungen für die zweite Phase bereits angelaufen sind. Der vollständige Betrieb für diesen Standort ist für das Geschäftsjahr 2027/28 geplant. In Bulgarien steht zudem eine Expansion des Kupfertankhauses kurz vor der Fertigstellung.
Durch dieses Projekt soll die Raffinadekapazität vor Ort um 50 Prozent auf insgesamt 340.000 Tonnen gesteigert werden. Besonders profitabel entwickelte sich zuletzt das Segment Multimetal Recycling, das sein operatives EBT in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 87 Millionen Euro mehr als verdoppeln konnte.
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