Aurubis Aktie: Richmond-Start um sechs Monate verschoben
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 02:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis blickt auf ein erfolgreiches drittes Quartal zurück und konkretisiert seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr. Trotz operativer Herausforderungen bei der Expansion in den Vereinigten Staaten stützt eine starke Nachfrage im Recyclinggeschäft sowie bei Schwefelsäure die Bilanz.
Das Unternehmen hat seine Prognose für den operativen Vorsteuergewinn (EBT) am 6. August präzisiert und steuert nun das obere Ende der Spanne von 425 bis 525 Millionen Euro an.
Erhöhter Ausblick durch starke Metallmarge
Die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 verdeutlichen den positiven Trend. Der operative Vorsteuergewinn stieg in diesem Zeitraum um 31 Prozent auf 374 Millionen Euro. Besonders das dritte Quartal trug maßgeblich zu dieser Entwicklung bei: Mit einem EBT von 149 Millionen Euro übertraf Aurubis den Wert des vorangegangenen Quartals von 121 Millionen Euro deutlich.
Hinter diesem Zuwachs stehen verbesserte Metallmargen infolge gestiegener Kupferpreise sowie deutlich höhere Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure. Zudem wirkten sich gesteigerte Umsätze im Recyclingbereich positiv aus.
Seit Jahresbeginn hat die Aurubis-Aktie an der Börse eine Wertsteigerung von 44 Prozent vollzogen. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 177,50 Euro und notiert damit etwa 0,2 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage.
Verzögerungen beim US-Projekt Richmond
Während die bestehenden Anlagen eine hohe Profitabilität aufweisen, meldete der Konzern am 6. August eine zeitliche Verschiebung für das strategisch wichtige Projekt in Richmond, USA. Der Hochlauf der ersten Phase verzögert sich um etwa sechs Monate und wird nun für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet. Auch die zweite Phase verschiebt sich entsprechend auf das Folgejahr 2027/28.
Medienberichten zufolge liegen die Gründe für die Verzögerung in der Rohstoffversorgung. Demnach entsprechen sowohl die Qualität als auch die Mengen des am Standort verfügbaren Recyclingmaterials bislang nicht den ursprünglichen Planungen. Dennoch hält Aurubis an seinem umfassenden Investitionsprogramm fest.
Bis Ende Juni wurden rund 90 Prozent des mit 1,7 Milliarden Euro veranschlagten strategischen Budgets bereits realisiert. In Hamburg konnte zudem die Inbetriebnahme des "Complex Recycling"-Zentrums, in das rund 190 Millionen Euro flossen, erfolgreich abgeschlossen werden. Die Anlage befindet sich in der Hochlaufphase und soll nach vollständiger Inbetriebnahme signifikante Finanzbeiträge leisten.
Ausbau der Kapazitäten und stabile Aktionärsbasis
Parallel zum US-Geschäft schreitet die Expansion in Europa voran. In Bulgarien nähert sich die Erweiterung des Tankhouse der Fertigstellung. Durch dieses Vorhaben soll die Kapazität zur Produktion von Raffinadekupfer um 50 Prozent auf insgesamt 340.000 Tonnen gesteigert werden.
Auch auf der Seite der Investoren gab es zuletzt Veränderungen. Laut einer Stimmrechtsmitteilung vom 7. August hat die Rossmann-Gruppe ihren Gesamtanteil an Aurubis auf 21,58 Prozent erhöht, wobei 15,11 Prozent der Stimmrechte direkt gehalten werden. Analysten bewerten die Gesamtlage des Konzerns trotz der US-Verzögerungen weitgehend positiv.
Warburg Research senkte zwar am 10. August das Kursziel geringfügig von 212 auf 211 Euro, bestätigte jedoch die Einstufung auf „Buy“. Die Experten begründeten diesen Schritt damit, dass das operative Ergebnis den Konsens um etwa 9 Prozent übertroffen habe und die Verzögerungen in Richmond mittlerweile im Aktienkurs eingepreist seien.
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