Aurubis Aktie: Richmond-Projekt verzögert sich
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 03:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aurubis steht vor einer zeitlichen Verschiebung seiner ambitionierten Wachstumsziele in den USA. Während das operative Geschäft von hohen Metallpreisen profitiert, sorgen Verzögerungen beim US-Recyclingprojekt Richmond für eine Anpassung des mittelfristigen Ergebnispfads.
Verzögerungen im US-Recyclinggeschäft
Der Hochlauf des neuen Recyclingwerks im US-Bundesstaat Georgia zieht sich länger hin als ursprünglich geplant. Medienberichten zufolge verzögert sich jede Phase des Projekts Richmond um rund sechs Monate. Daraus resultiert eine Verschiebung des gesamten mittelfristigen Ergebnisprofils um ein Jahr.
Trotz dieser Verzögerung wird weiterhin ein jährlicher EBITDA-Beitrag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Allerdings räumte das Unternehmen ein, dass dieses Ziel unter den ursprünglichen Erwartungen liegt. Als Gründe werden technische Probleme in der Hochlaufphase, gestiegene Kosten sowie ein ungünstigerer Mix der Einsatzstoffe angeführt.
Starke operative Basis in Europa
Diese Entwicklung überschattet die operativen Erfolge des laufenden Geschäftsjahres. Vor rund einem Monat meldete der Kupferkonzern für das dritte Quartal 2025/26 einen Anstieg des operativen Vorsteuerergebnisses (EBT) auf 149 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 57 Millionen Euro gelegen.
Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch ein stärkeres Metallergebnis infolge hoher Kupferpreise sowie signifikant höhere Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure. Angesichts dieser Zahlen wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr vor rund zwei Wochen präzisiert und das obere Ende der Zielspanne von bis zu 525 Millionen Euro ins Visier genommen.
Aktie verliert nach Rekordhoch an Boden
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Skepsis über die US-Verzögerungen zuletzt in einem Kursrückgang wider. Das Papier schloss gestern bei 172,80 Euro. Damit notiert der Titel unter seinem 52-Wochen-Hoch von 224,00 Euro, das am 4. Juni erreicht worden war.
Dennoch blicken Anleger auf eine insgesamt positive Entwicklung zurück, da die Aktie seit Jahresbeginn um 40 Prozent zulegen konnte. Marktbeobachter werten die jüngsten Abgaben auch als Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rallye.
Investitionen und Dividende
Abseits der US-Expansion investiert der Konzern weiter in seine europäischen Standorte. So wurde am 24. Februar eine neue Luftzerlegungsanlage am Recyclingstandort Lünen eingeweiht.
Bereits am 12. Februar hatten die Aktionäre auf der Hauptversammlung einer Erhöhung der Dividende auf 1,60 Euro je Aktie zugestimmt. Damit setzt das Unternehmen seinen Kurs einer moderaten Ausschüttungssteigerung fort, während gleichzeitig die Mittel für die langfristige Transformationsstrategie bereitgestellt werden. Das Management hält trotz der zeitlichen Verschiebung in den USA an der strategischen Ausrichtung als Multimetall-Recycler fest.
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