Aurubis, Aktie

Aurubis Aktie: Richmond-Hochlauf verzögert sich auf 2026/ 27

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 03:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aurubis steigert operatives EBT um 31 Prozent, konkretisiert Jahresprognose. Verzögerungen beim US-Werk Richmond trüben die Stimmung.

Aurubis überzeugt mit starkem Quartal, US-Projekt verzögert sich
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage mit glühendem Metall in einer professionellen, atmosphärischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis blickt auf ein erfolgreiches drittes Quartal zurück und konnte das operative Ergebnis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 signifikant steigern. Trotz einer positiven Entwicklung bei den Kernkennzahlen und einer Konkretisierung der Jahresprognose am oberen Ende der Spanne dämpfen Verzögerungen bei einem wichtigen Expansionsprojekt in den USA die Erwartungen am Markt.

Starke Neunmonatszahlen und angehobene Prognose-Erwartung

Aurubis verzeichnete für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 374 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 286 Millionen Euro erwirtschaftet wurden.

Besonders das dritte Quartal (April bis Juni 2026) stach mit einem operativen EBT von 149 Millionen Euro hervor – ein Zuwachs von 161 Prozent gegenüber den 57 Millionen Euro des Vorjahresquartals.

Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch ein verbessertes Metallergebnis aufgrund gestiegener Kupferpreise sowie deutlich höhere Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure getrieben.

Die Schwefelsäure-Spotpreise in Nordwesteuropa kletterten bis Juni 2026 auf über 750 Prozent des Basiswerts von September 2023. Ursächlich hierfür waren Engpässe durch Schifffahrtsbeschränkungen im Nahen Osten und Exportverbote aus China. Zudem stiegen die Kupferpreise seit Mitte 2025 deutlich an und erreichten bis Juni 2026 rund 160 Prozent ihres ursprünglichen Basiswerts.

Angesichts der soliden Geschäftsentwicklung bestätigte das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr 2025/26. Das operative EBT wird in einer Spanne von 425 bis 525 Millionen Euro erwartet, wobei Aurubis nun das Erreichen des oberen Endes dieser Spanne anvisiert. Der operative Return on Capital Employed (ROCE) lag zum 30. Juni 2026 bei 9,4 Prozent und damit über dem Vorjahreswert von 9,1 Prozent.

Verzögerungen beim US-Projekt Richmond trüben Ausblick

Während die operativen Zahlen überzeugten, gab es weniger erfreuliche Neuigkeiten vom strategisch wichtigen US-Standort Richmond. Die Hochlaufphase für die erste Phase des Recyclingwerks in den USA verlängert sich.

Parallel dazu wird derzeit die zweite Phase in Betrieb genommen. Laut Unternehmensangaben wird der vollständige Hochlauf von Phase 1 nun für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet, während Phase 2 im darauffolgenden Jahr 2027/28 abgeschlossen sein soll.

In Europa schreiten andere Großprojekte hingegen planmäßig voran. Das mit 190 Millionen Euro veranschlagte Projekt „Complex Recycling Hamburg“ wurde im Juli 2026 erfolgreich in Betrieb genommen. Es soll die Materialflüsse am Stammsitz optimieren und nach Abschluss der Hochlaufphase substanzielle positive Finanzbeiträge leisten.

In Bulgarien nähert sich zudem die Erweiterung des Kupfer-Tankhouse der Fertigstellung. Hier ist eine Kapazitätserhöhung um 50 Prozent auf jährlich 340.000 Tonnen raffiniertes Kupfer geplant. Bis Ende Juni 2026 hatte Aurubis bereits rund 90 Prozent seines 1,7 Milliarden Euro schweren Strategie-Investitionsprogramms realisiert.

Analysten bewerten operative Stärke und US-Herausforderungen

Analysten reagierten differenziert auf die jüngsten Meldungen. Dirk Schlamp von der DZ Bank bescheinigte Aurubis am 6. August eine hohe operative Widerstandsfähigkeit, die durch die Quartalszahlen bestätigt worden sei. Stefan Augustin, Analyst bei Warburg Research, lobte am selben Tag zwar die allgemeine Geschäftsentwicklung, bezeichnete die verlängerte Hochlaufphase in Richmond jedoch als Enttäuschung für die Anleger.

Auch auf der Aktionärsseite gab es Veränderungen. Einer Stimmrechtsmitteilung vom 7. August zufolge erhöhte ein meldepflichtiger Aktionär seine Gesamtstimmrechte von zuvor 21,11 Prozent auf nun 21,58 Prozent. Diese setzen sich aus 15,11 Prozent Direktanteilen und 6,47 Prozent über Instrumente gehaltenen Anteilen zusammen.

An der Börse spiegelten sich die gemischten Signale aus starken Erträgen und Projektverzögerungen wider. Die Aktie beendete den Handel am vergangenen Freitag bei 168,00 Euro. Trotz der kurzfristigen Belastungen durch die Nachrichten aus den USA weist das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 36 Prozent auf. Aktuell notiert der Kurs jedoch rund 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juni erreicht worden war.

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