Aurubis Aktie: Recycling-Anlage Hamburg in Betrieb
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aurubis steuert im laufenden Geschäftsjahr auf das obere Ende der eigenen Ertragsziele zu. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 erzielte der Kupferkonzern ein operatives Vorsteuerergebnis von 374 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert bei 286 Millionen Euro gelegen, was einem Zuwachs von 31 Prozent entspricht.
An der Börse spiegelt sich die Ertragsentwicklung in einer festen Verfassung wider. Mit dem gestrigen Schlusskurs von 167,60 Euro verbucht die Aktie seit Jahresanfang ein Kursplus von 36 Prozent.
Der Hamburger Konzern profitiert von einer anhaltend guten Auslastung seiner Hüttenstandorte und einer soliden Nachfrage nach Recyclingprodukten. Während das operative Tagesgeschäft planmäßig verläuft, gestalten sich die strategischen Ausbauprojekte der industriellen Infrastruktur in Europa und Übersee jedoch unterschiedlich anspruchsvoll.
Fortschritte in Hamburg und Verzögerung in den USA
Einen operativen Meilenstein markierte die Erweiterung am deutschen Heimatstandort. Im Juli nahm Aurubis die Anlage Complex Recycling Hamburg nach einer Investition von 190 Millionen Euro in Betrieb. Das neue Werk soll künftig jährlich rund 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial verarbeiten und die Verwertung komplexer Sekundärrohstoffe stärken.
Weniger reibungslos verläuft dagegen der Ausbau in Nordamerika. Die Fertigstellung der ersten Ausbauphase verschiebt sich in das Geschäftsjahr 2026/27, während Phase zwei für das Geschäftsjahr 2027/28 vorgesehen ist.
Infolge dieser Verschiebung reduzierte sich zwar der erwartete mittelfristige Ergebnisbeitrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für den US-Standort. Dennoch geht das Management weiterhin von einem operativen EBITDA-Beitrag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aus, womit das US-Engagement ein wichtiger strategischer Pfeiler bleibt.
Verschiebungen im Aktionärskreis und Jahresprognose
Neben den industriellen Bauprojekten rückte zuletzt die Eigentümerstruktur in den Fokus der Marktteilnehmer. Vor über einem Monat meldete die GP Günter Papenburg AG das Überschreiten der meldepflichtigen Schwelle mit einem Stimmrechtsanteil von 5,01 Prozent.
Rückhalt gibt dem Konzern die bestätigte Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025/26. Aurubis strebt ein operatives Vorsteuerergebnis zwischen 425 und 525 Millionen Euro sowie einen operativen ROCE von 10 bis 12 Prozent an. Dass die Erwartungen an das obere Ende dieses Korridors herangezogen wurden, unterstreicht die fundamentale Widerstandskraft gegenüber zeitlichen Verschiebungen bei einzelnen Großprojekten.
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