Aurubis, Aktie

Aurubis Aktie: Prognose auf 525 Millionen angehoben

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aurubis steigert operatives EBT um 31 Prozent auf 374 Millionen Euro und treibt Ausbau in Hamburg und Bulgarien voran.

Aurubis überzeugt mit starkem EBT-Wachstum und ehrgeizigen Investitionsplänen
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage mit glühendem Metall in professioneller Finanzoptik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis profitiert in einem dynamischen Marktumfeld von einer starken operativen Entwicklung. Trotz strategischer Herausforderungen bei internationalen Großprojekten konnte das Unternehmen sein Ergebnis deutlich steigern.

Vor rund zwei Wochen hob der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 an und rechnet nun mit einem operativen Ergebnis vor Steuern am oberen Ende der Spanne zwischen 425 und 525 Millionen Euro.

Starke Metallpreise treiben das Betriebsergebnis

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres kletterte das operative EBT um 31 Prozent auf 374 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 286 Millionen Euro erzielt worden waren.

Besonders das dritte Quartal erwies sich mit einem Vorsteuerergebnis von 149 Millionen Euro als außergewöhnlich profitabel. Damit übertraf Aurubis sowohl den Wert des Vorquartals von 121 Millionen Euro als auch das schwache Vorjahresergebnis von 57 Millionen Euro deutlich.

Getragen wird dieser Zuwachs maßgeblich durch ein verbessertes Metallresultat infolge höherer Kupferpreise. Diese notierten bis Juni 2026 rund 60 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, gestützt durch eine robuste globale Nachfrage. Parallel dazu leisteten signifikant gestiegene Umsätze bei Schwefelsäure einen wesentlichen Beitrag.

In Nordwesteuropa kletterten die Spotpreise für dieses Nebenprodukt der Kupfererzeugung auf mehr als das Siebenfache des Niveaus von September 2023. Engpässe in der Schifffahrt im Nahen Osten und chinesische Exportbeschränkungen fungierten hierbei als Preistreiber.

Investitionsoffensive in Hamburg und Bulgarien

Aurubis setzt konsequent auf den Ausbau seiner Kapazitäten und die Optimierung der Materialflüsse. Im Juli nahm das Unternehmen am Stammsitz in Hamburg die neue Anlage „Complex Recycling“ erfolgreich in Betrieb. In dieses Projekt wurden rund 190 Millionen Euro investiert. Nach der vollständigen Hochfahrt der Anlage erwartet das Management substanzielle positive Beiträge zur Finanzierung des Konzerns.

Gleichzeitig steht die Erweiterung des Kupfer-Tankhouses in Bulgarien kurz vor dem Abschluss. Durch diese Maßnahme soll die Raffinadekapazität am dortigen Standort um 50 Prozent auf insgesamt 340.000 Tonnen gesteigert werden. Diese Investitionen spiegeln sich bereits in der Profitabilität wider: Die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) verbesserte sich zum 30. Juni auf 9,4 Prozent, verglichen mit 9,1 Prozent im Vorjahr.

Herausforderungen am Standort Richmond

Während die europäischen Projekte planmäßig voranschreiten, sieht sich Aurubis in den USA mit zeitlichen Verzögerungen konfrontiert. Bei der neuen Recyclinganlage in Richmond befindet sich die erste Phase derzeit in der erweiterten Hochlaufphase. Medienberichten zufolge soll der vollständige Abschluss der ersten Phase im Geschäftsjahr 2026/27 erfolgen, während die zweite Phase erst für das darauf folgende Jahr 2027/28 erwartet wird.

Diese zeitlichen Verschiebungen belasteten zuletzt die Stimmung am Kapitalmarkt. Dennoch notiert die Aktie mit einem Plus von 41 Prozent seit Jahresbeginn weiterhin deutlich im positiven Bereich. Am gestrigen Donnerstag schloss das Papier bei 173,40 Euro. Trotz der jüngsten operativen Erfolge beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch derzeit 23 Prozent.

Flankiert wird die strategische Entwicklung durch Veränderungen in der Aktionärsstruktur. Medienberichten zufolge erhöhte sich der Gesamtstimmrechtsanteil eines Großaktionärs Anfang August auf 21,58 Prozent, wobei der Anteil der direkt gehaltenen Stimmrechte nun bei 15,11 Prozent liegt. Dies unterstreicht das anhaltende Interesse institutioneller Investoren an der langfristigen Ausrichtung des Kupferproduzenten.

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