Aurubis, Aktie

Aurubis Aktie: 1,7-Milliarden-Programm zu 90 Prozent realisiert

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 21:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aurubis hat rund 90 Prozent seines 1,7-Milliarden-Euro-Programms umgesetzt und erwartet das operative EBT im oberen Prognosebereich.

Fotorealistischer Kupferschmelzbetrieb mit glühendem Flüssigmetall und Industriearbeitern
Aurubis AG Kupferhütte bei Nacht mit glühendem Schmelzofen und Arbeitern, ISIN DE0006766504 Illustration mit AI erstellt.

Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis nähert sich dem Abschluss seines umfangreichen Investitionsprogramms und stellt damit die Weichen für ein deutliches Wachstum der Raffinations- und Recyclingkapazitäten.

Nachdem das Unternehmen bereits vor rund einem Monat einen signifikanten Anstieg des operativen Ergebnisses vor Steuern (EBT) für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres verzeichnete, rücken nun die operativen Meilensteine in den Fokus der Anleger. Rund 90 Prozent des mit 1,7 Milliarden Euro dotierten Investitionspakets sind nach Unternehmensangaben bereits realisiert.

Meilensteine in den USA und Deutschland

Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist der Standort Richmond in den USA. Wie Aurubis berichtet, befindet sich die dortige Recyclinganlage für die erste Phase derzeit in einer erweiterten Hochfahrphase. Während der Ramp-up für Phase 1 voraussichtlich bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026/27 abgeschlossen sein wird, startete parallel bereits die zweite Phase des Projekts. Hier rechnet das Management mit einer vollständigen Inbetriebnahme im darauffolgenden Geschäftsjahr 2027/28.

In Deutschland liefert die neu in Betrieb genommene Anlage für das sogenannte Complex Recycling am Standort Hamburg bereits erste positive Finanzeffekte. Die Investitionssumme für dieses Projekt belief sich auf rund 190 Millionen Euro.

Ergänzt wird die Kapazitätserweiterung durch die Modernisierung des Kupfertankhauses im bulgarischen Pirdop. Die Fertigstellung der dortigen Maßnahmen steht unmittelbar bevor und soll die Raffinadekapazität um etwa 50 Prozent auf insgesamt 340.000 Tonnen steigern.

Rohstoffmärkte stützen die Ertragsstärke

Neben den Kapazitätserweiterungen profitiert der Konzern von einer außergewöhnlichen Dynamik auf den Nebenproduktmärkten. Medienberichten zufolge stiegen die Spotpreise für Schwefelsäure in Nordwesteuropa bis zum Juni massiv an und erreichten zeitweise ein Niveau von über 750 Prozent des Basiswertes vom September 2023. Ursächlich hierfür waren Engpässe in der Logistik, insbesondere durch Schifffahrtsbeschränkungen im Nahen Osten, sowie ein Exportverbot aus China.

Diese Entwicklung stützte das Metallgeschäft erheblich, das zudem von gestiegenen Kupferpreisen und höheren Erlösen im Recycling-Segment profitierte. Das operative Ergebnis im dritten Quartal übertraf mit 149 Millionen Euro den Wert des Vorquartals von 121 Millionen Euro deutlich.

In der Folge präzisierte das Management die Erwartungen und sieht das Unternehmen am oberen Ende der Prognosespanne, die für das Gesamtjahr ein operatives EBT zwischen 425 und 525 Millionen Euro vorsieht.

Analysten erhöhen Ergebnisschätzungen

Die operative Stärke spiegelt sich auch in den Erwartungen der Marktbeobachter wider. Medienberichten zufolge wurden die Schätzungen für das Ergebnis je Aktie (EPS) für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Die Prognosen stiegen von zuvor 16,30 Euro auf nun 17,40 Euro pro Anteilsschein. Auch für das kommende Jahr zeigen sich die Experten optimistischer und hoben die Schätzung leicht auf 16,50 Euro an.

An der Börse wird die Entwicklung derzeit mit einer stabilen Seitwärtsbewegung quittiert. Die Aktie notiert am heutigen Montag bei 175,60 Euro und damit nahezu exakt auf ihrem 50-Tage-Durchschnitt, von dem sie lediglich um 0,01 Prozent nach unten abweicht.

Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 43 Prozent zulegen, womit es zu den stärkeren Werten im Sektor gehört. Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt die langfristige Aufwärtstendenz mit einem Plus von 78 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate intakt.

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