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Aurora Cannabis Aktie: Board lehnt Curaleaf ab

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aurora Cannabis empfiehlt die Ablehnung von Curaleafs Übernahmeangebot. Der Konzern verweist auf seine schuldenfreie Bilanz und kritisiert die Offerte.

Aurora Cannabis weist Curaleaf-Offerte zurück und warnt Aktionäre
Abstrakte Darstellung eines modernen Konferenzraums bei Dämmerung, symbolisierend eine unternehmerische Entscheidung. Illustration mit AI erstellt.

Der Übernahmekampf um Aurora Cannabis eskaliert. Aurora hat einen Directors' Circular eingereicht und fordert die eigenen Aktionäre unmissverständlich auf, das unaufgeforderte Angebot von Curaleaf abzulehnen. Curaleaf wiederum hält an seinem Vorschlag fest und wirft dem Aurora-Board vor, mit "hohlen Argumenten" zu operieren.

Der Vorstand um Executive Chairman und CEO Miguel Martin lässt keinen Zweifel an seiner Haltung: Die Übernahme sei "feindlich und opportunistisch" und unterbewerte Aurora deutlich. Eine unabhängige Sonderkommission des Boards kam nach Prüfung durch Finanz- und Rechtsberater einstimmig zu diesem Schluss. Aktionäre, die ihre Aktien bereits angedient haben, sollen sie über ihren Broker oder Kingsdale Advisors zurückziehen.

Schuldenfrei gegen hoch verschuldet

Zentrales Argument von Aurora ist die Bilanz. Das Unternehmen verweist auf 149 Millionen Dollar an Cash und cash-ähnlichen Mitteln zum 30. Juni 2026 – bei null Schulden. Curaleaf dagegen trage mehr als eine Milliarde Dollar an Verbindlichkeiten und Leasingverpflichtungen. Aurora argumentiert, dass die eigenen Aktionäre mit dem Deal letztlich Curaleafs Bilanzprobleme mitfinanzieren würden.

Auch die Aktionärsstruktur nach einem möglichen Zusammenschluss liefert Zündstoff: Aurora-Anteilseigner würden zwar rund 7,7 Prozent des kombinierten Unternehmens halten, wegen Curaleafs Mehrstimmrechtsstruktur aber nur etwa 3,2 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. TD Securities stufte das Angebot bereits im August als unzureichend ein und verwies auf Aurora Cannabis' Führungsrolle im Medizinalgeschäft.

Curaleaf kontert mit Prämie und Dilutions-Vorwurf

Curaleaf-Chef Boris Jordan lässt die Kritik nicht auf sich sitzen. Er bekräftigt eine Prämie von 45 Prozent gegenüber dem ungestörten Aktienkurs und wirft Aurora vor, seit September 2020 rund 398 Millionen Dollar über Kapitalerhöhungen aufgenommen zu haben – zulasten bestehender Aktionäre durch massive Verwässerung.

Besonders brisant: Laut Curaleaf verkaufte Aurora selbst in den letzten beiden Quartalen über sein ATM-Programm Aktien zu Durchschnittskursen von 3,57 und 3,09 US-Dollar – deutlich unter dem Niveau, das der Vorstand nun als unzureichend bezeichnet.

Jordan verweist zudem auf Aurora Cannabis' eigene Prognose: Der Umsatz im Geschäftsjahr 2027 solle demnach nur wieder das Niveau von 2025 erreichen, während das bereinigte EBITDA gegenüber 2026 deutlich zurückgehen dürfte. Curaleaf selbst habe im letzten Zwölfmonatszeitraum 157 Millionen Dollar an operativem Cashflow erzielt, während Aurora im Juni-Quartal einen negativen operativen Cashflow auswies.

Beide Seiten haben ihre Positionen damit klar abgesteckt, ohne dass sich eine Annäherung andeutet. Aurora hat bislang kein Gegenangebot vorgelegt, wie Curaleaf betont – für die Aktionäre bleibt die Entscheidung, ob sie dem Board folgen oder das Angebot doch andienen.

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