ATX, Zahlenflut

ATX: Zahlenflut bremst Wien

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 18:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Wiener ATX verlor 1,22 Prozent. Bankaktien belasteten den Index, während EVN und UBM Development mit positiven Nachrichten auffielen.

ATX gibt nach: Bankenverluste und Quartalszahlen prägen Wien
Die historische Wiener Börse an einem bewölkten Tag, die eine ruhige und stagnierende Marktstimmung vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Blick auf die Bilanzflut der heimischen Konzerne hätte am Donnerstag eigentlich für Kauflaune sorgen können. Stattdessen ging es für den Wiener Leitindex abwärts – die Bankenwerte zogen den ATX ins Minus, während Quartalszahlen einzelner Titel für teils heftige Ausschläge sorgten.

Der ATX schloss mit einem Abschlag von 1,22 Prozent bei 6.676,23 Punkten. Belastend wirkten vor allem die schwergewichteten Bankaktien: BAWAG, Erste Group und Raiffeisen Bank International verloren zwischen 1,8 und 3,3 Prozent. Bei einem Index, in dem Finanzwerte traditionell hohes Gewicht haben, reicht das, um die gesamte Tagesbilanz ins Rote zu drücken.

Notenbanktreffen dämpft Risikoappetit

Im Hintergrund richtete sich der Blick der Marktteilnehmer bereits auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole. Die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Kevin Warsh steht am Freitag an, und die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik bremste die Risikobereitschaft schon im Vorfeld.

Einzig der Technologiesektor profitierte von den am Vorabend präsentierten Zahlen des Chipkonzerns Nvidia, die die Erwartungen übertrafen. Die AT&S-Aktie legte im Sog dieser Nachricht um 6,4 Prozent zu.

Durchwachsene Bilanzsaison

Bei den Einzelwerten mit Quartalszahlen zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Porr-Aktie verlor 7,5 Prozent – die Ergebnisse des Baukonzerns fielen im abgelaufenen Jahresviertel durchwachsen aus. Die Bajaj Mobility AG, vormals PIERER Mobility, bremste nach starkem Vormittag um 2,8 Prozent, obwohl das Unternehmen nach einem starken ersten Quartal auch im Halbjahr insgesamt deutlich zulegte.

Positiver lief es für den Energieversorger EVN. Er steigerte Umsatz und Ergebnis in den ersten drei Quartalen des Wirtschaftsjahres 2025/26 und hob zugleich die Prognose an – die Aktie gewann 2,3 Prozent.

Der Immobilienentwickler UBM Development schaffte die Rückkehr in die Gewinnzone und übertraf damit die Erwartungen der Erste Group deutlich, das Papier stieg um 1,2 Prozent. Bei CA Immo hingegen reichte es nur zu einem leichten Minus von 0,2 Prozent – das Unternehmen rutschte im ersten Halbjahr in die Verlustzone.

Am Freitag dürfte die Rede von Fed-Chef Warsh in Jackson Hole die Richtung vorgeben. Bis dahin bleibt die Zurückhaltung an der Wiener Börse spürbar.

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