AtaiBeckley, Aktie

AtaiBeckley Aktie: Übernahme durch Eli Lilly vollzogen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eli Lilly integriert AtaiBeckley vollständig und erhält mit BPL-003 ein Neuropsychiatrie-Programm gegen therapieresistente Depressionen.

Eli Lilly schließt AtaiBeckley-Übernahme für bis zu 3,8 Milliarden Dollar ab
Abstraktes, professionelles Bild eines modernen pharmazeutischen Forschungslabors. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration von AtaiBeckley in den US-Pharmakonzern Eli Lilly ist offiziell abgeschlossen. Wie die beteiligten Unternehmen mitteilten, wurde die Transaktion am vergangenen Freitag final vollzogen. AtaiBeckley operiert nun als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Eli Lilly, nachdem der Zusammenschluss mit der Übernahmeeinheit Albali Acquisition Corp. rechtlich wirksam wurde.

Die Akquisition markiert einen strategischen Ausbau des Portfolios von Eli Lilly im Bereich der Neuropsychiatrie, wobei der Fokus insbesondere auf neuartigen Behandlungsmethoden für psychische Erkrankungen liegt.

Barabfindung und wertabhängige Nachschlagerechte für Aktionäre

Im Zuge des Abschlusses erhalten die bisherigen Aktionäre von AtaiBeckley eine feste Barabfindung in Höhe von 6,75 US-Dollar pro Aktie. Dies entspricht Medienberichten zufolge einer Prämie von rund 26 Prozent auf den Schlusskurs an der Nasdaq vor der ersten Ankündigung des Übernahmeangebots Mitte Juli.

Zusätzlich zur Barkomponente wurde jedem Anteilseigner ein sogenanntes Contingent Value Right (CVR) zugeteilt. Dieses Recht verbrieft den Anspruch auf weitere Zahlungen von bis zu 2,50 US-Dollar je Aktie, sofern definierte klinische oder regulatorische Meilensteine in der Zukunft erreicht werden.

Nach Angaben aus Kreisen der beteiligten Unternehmen wurden im Rahmen der Fusion insgesamt 55.770.948 Aktien umgetauscht. Parallel dazu kam es zur Stornierung von über 2,8 Millionen Optionen, die zuvor von Christian Angermayer gehalten wurden.

Mit dem Vollzug der Übernahme hält die Muttergesellschaft Eli Lilly nun alle Anteile, während die Börsennotierung von AtaiBeckley endet. Das Gesamtvolumen der Transaktion inklusive der Meilenstein-Zahlungen wird auf bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei das unmittelbare Transaktionsvolumen bei etwa 2,8 Milliarden US-Dollar liegt.

Fokus auf Neuroplastogene gegen Depressionen

Das Hauptaugenmerk der Akquisition liegt auf der Pipeline von AtaiBeckley im Bereich der sogenannten Neuroplastogene. Im Zentrum steht dabei das Entwicklungsprogramm BPL-003, ein synthetisches 5-MeO-DMT (Benzoato de Mebufotenina), das intranasal verabreicht wird.

Dieser Wirkstoff ist primär für die Behandlung von therapieresistenten Depressionen vorgesehen. In diesem Marktsegment tritt Eli Lilly künftig in direkten Wettbewerb mit etablierten Produkten wie Spravato von Johnson & Johnson.

Analysten bewerten den Zukauf als Teil einer umfassenden Expansionsstrategie des US-Konzerns. Die Experten der Berenberg Bank verwiesen darauf, dass Eli Lilly allein im Jahr 2026 rund 60 Milliarden US-Dollar für mehr als 25 Transaktionen zugesagt hat.

Neben AtaiBeckley wurde zuletzt auch die Übernahme von Centessa für rund 8 Milliarden US-Dollar vorangetrieben. Das Ziel dieser Investitionen ist eine Diversifizierung über das derzeit dominierende Geschäft mit Adipositas-Präparaten hinaus.

Strategische Einordnung und Auswirkungen

Die Analysten von Citigroup und Berenberg sehen in der verstärkten Forschungstätigkeit im Bereich der psychischen Gesundheit einen wichtigen langfristigen Wachstumstreiber. Während AtaiBeckley nun vollständig integriert ist, belasteten die damit verbundenen Kosten für Forschung und Entwicklung (IPR&D) zuletzt die Bilanzen der Muttergesellschaft.

Im zweiten Quartal fielen in diesem Segment bereits Aufwendungen in Höhe von 2,78 Milliarden US-Dollar an, die unter anderem auf die Projekte von AtaiBeckley sowie Kooperationen mit Firmen wie Orna und Centessa zurückzuführen sind.

Für die bisherigen Anleger von AtaiBeckley endet mit dem Vollzug die Eigenständigkeit des Unternehmens am Kapitalmarkt. Die künftige Wertentwicklung der übernommenen Forschungsprojekte wird sich nun innerhalb der Konzernrechnung von Eli Lilly niederschlagen.

Der Pharmariese hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr zuletzt auf eine Spanne von 85 bis 87 Milliarden US-Dollar konkretisiert, wobei der Erfolg neuer neurologischer Wirkstoffe wie BPL-003 zur Erreichung der langfristigen Wachstumsziele beitragen soll.

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