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AT&T Aktie: Musk greift Mobilfunk an

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berichte über SpaceX-Verhandlungen zu mindestens 80.000 Funkstandorten belasteten AT&T, Verizon und T-Mobile US nachbörslich.
AT&T Inc. Bauhaus-Geometrieposter mit Primärfarben und Sektor-Schrift Telekommunikation passend zur Aktie US00206R1023 Illustration mit AI erstellt.

Ein möglicher vierter Mobilfunkanbieter in den USA schickt die etablierten Netzbetreiber nachbörslich auf Talfahrt. AT&T, Verizon und T-Mobile US verloren im späten Handel jeweils zwischen gut vier und fünf Prozent. Auslöser ist ein Bericht über Pläne von SpaceX, sich Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten zu sichern.

SpaceX sucht Standorte am Boden

Laut dem Bericht verhandelt SpaceX mit Betreibern von Mobilfunkinfrastruktur, darunter Crown Castle. Die Verträge könnten potenziell ein Volumen in Milliardenhöhe erreichen. Das Ziel wäre ein vierter landesweiter Netzbetreiber.

Die Grundlage dafür legt SpaceX bereits. Das Unternehmen hat kürzlich Mobilfunkfrequenzen erworben, und die US-Behörde FCC genehmigte den Start von 15.000 Satelliten, die Mobilfunkdienste direkt aufs Handy bringen sollen. Für verlässliche Verbindungen am Boden braucht es jedoch klassische Funkstandorte. Netzbetreiber mieten dort üblicherweise Platz für ihre Antennen, was die Kosten gegenüber eigenen Standorten senkt.

Musk kündigte diese Woche an, die terrestrischen Netze auszubauen. Starlink Mobile soll zu einem bedeutenden US-Mobilfunkanbieter werden. Auch die Internetgeräte der Privatkunden sollen in ihrer Umgebung Mobilfunksignale aussenden. Das Analysehaus MoffettNathanson gibt zu bedenken, dass diese Geräte nicht zwangsläufig dort stehen, wo eine gleichmäßige Netzabdeckung nötig wäre.

Hürden sind hoch

Die 80.000 Standorte entsprächen etwa der Hälfte der rund 158.500 speziell errichteten Funktürme, die im vergangenen Jahr in den USA in Betrieb waren. Crown Castle betreibt etwa 40.000 davon, American Tower rund 42.000. TD Cowen schätzt die Kosten eines landesweiten terrestrischen Netzes auf mehr als 80 Milliarden Dollar, verbunden mit vielen Jahren Aufbauzeit und weiteren Milliardeninvestitionen.

Crown-Castle-Chef Christian Hillabrant sagte, man spreche mit allen Parteien, auch zu möglichen Mietverträgen mit SpaceX und Amazon. Einzelne Kunden nannte er nicht. Die Aktie von Crown Castle legte nach dem Bericht zeitweise um etwa zehn Prozent zu.

Zuvor hatte AT&T den regulären Handel bei 22,74 Dollar mit einem Plus von 3,79 Prozent beendet. Nachbörslich rutschte der Titel auf 21,90 Dollar. Der Kursgewinn des Tages war damit fast vollständig aufgezehrt.

Heute steht für AT&T zudem ein Termin an: Der Konzern richtet zum Börsenschluss an der New York Stock Exchange den Jahresgipfel der National Cybersecurity Alliance aus. Kursrelevant ist das kaum. Der Handel am Freitag dürfte vor allem zeigen, ob die nachbörslichen Abschläge bestehen bleiben.

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