AstraZeneca, Tezspire

AstraZeneca: Tezspire fordert Dupixent heraus

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 18:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AstraZeneca punktet mit Tezspire und Quartalszahlen, während der Wainua-Fehlschlag belastet. Analysten bewerten die Aktie dennoch mehrheitlich positiv.

AstraZeneca: Tezspire-Erfolg trifft auf Wainua-Rückschlag
Abstrakte Darstellung moderner pharmazeutischer Forschung in einem klinischen Labor mit professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca navigiert derzeit durch eine Phase gegensätzlicher Nachrichten aus seiner klinischen Entwicklung. Während positive Daten für das Medikament Tezspire neue Marktanteile in der Immunologie versprechen, wiegt ein früherer Rückschlag bei einem wichtigen Herzmedikament weiterhin schwer auf der Stimmung der Anleger. Am vergangenen Freitag schloss das Papier bei 140,20 €, womit die Aktie seit Jahresbeginn rund 11 % an Wert verloren hat.

Hoffnungsträger im Wettbewerb mit Sanofi

Ein wesentlicher Lichtblick für das Unternehmen ist der Erfolg der CROSSING-Studie. AstraZeneca gab gemeinsam mit seinem Partner Amgen bekannt, dass das Medikament Tezspire in der Phase-III-Untersuchung zur Behandlung der eosinophilen Ösophagitis — einer chronischen Entzündung der Speiseröhre — erfolgreich war.

Die Studie erreichte sowohl die primären als auch die sekundären Endpunkte nach einer Behandlungsdauer von 24 Wochen, wobei die Wirkung bis zur 52. Woche anhielt.

Dieser klinische Erfolg ist strategisch von Bedeutung, da er AstraZeneca ermöglicht, das Konkurrenzprodukt Dupixent von Sanofi und Regeneron direkt herauszufordern. Damit festigt der Konzern seine Position im wachsenden Markt für Biologika, die zur Behandlung seltener entzündlicher Erkrankungen eingesetzt werden.

Neben den Fortschritten in der Immunologie treibt das Unternehmen auch seine Impfstoffforschung voran. In einer derzeit laufenden klinischen Phase-I-Studie im Vereinigten Königreich wird ein neuer Ebola-Impfstoff (ChAdOx1 BDBV) an 50 gesunden Erwachsenen getestet. Der Wirkstoff basiert auf derselben Technologie, die bereits beim Corona-Vakzin des Hauses zum Einsatz kam.

Umgang mit dem Rückschlag bei Wainua

Diesen Erfolgen steht jedoch ein herber Dämpfer in der kardiologischen Forschung gegenüber. Vor wenigen Wochen verfehlte das gemeinsam mit Ionis entwickelte Medikament Wainua in der klinischen Studie bei Patienten mit Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) seine primären Endpunkte. Das Mittel konnte die Rate der kardiovaskulären Todesfälle und klinischen Ereignisse nicht signifikant senken.

Dieser Misserfolg belastet die mittelfristigen Wachstumsaussichten im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da Analysten dem Medikament in dieser Indikation ein erhebliches Umsatzpotenzial beigemessen hatten. Die Enttäuschung über diese Daten spiegelt sich auch im Kursverlauf wider: Derzeit notiert die Aktie etwa 23 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Mitte Februar erreicht wurde.

Analysten behalten positive Grundhaltung bei

Trotz der jüngsten Volatilität zeigen sich Marktbeobachter grundsätzlich zuversichtlich für die langfristige Entwicklung. In den zuletzt gemeldeten Geschäftszahlen für das zweite Quartal übertraf AstraZeneca die Erwartungen beim Gewinn je Aktie mit 2,63 US-Dollar leicht. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 % auf 15,38 Milliarden US-Dollar.

Die Stimmung unter den Experten bleibt daher mehrheitlich positiv. Von 16 beobachtenden Analysten wird die Aktie im Konsens als moderater Kauf eingestuft. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 206,67 US-Dollar. Einordnend wird darauf verwiesen, dass die breite Pipeline des Konzerns einzelne Rückschläge abfedern kann.

Neben den Fortschritten bei Tezspire bleibt die Onkologie-Sparte ein stabiler Wachstumspfeiler, ergänzt durch kontinuierliche Investitionen in neue Technologien wie die Zelltherapie und Kooperationen mit Spezialanbietern für diagnostische Daten.

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