AstraZeneca, BMS

AstraZeneca: BMS dementiert 400-Milliarden-Fusion

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 10:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AstraZeneca und BMS dementieren Fusionspläne nach Marktunruhen. Zusätzlich belastet eine verfehlte Studie die Aktie, während operative Fortschritte gemeldet werden.

AstraZeneca dementiert Fusionsgespräche mit BMS nach Marktturbulenzen
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Forschungslabors mit Fokus auf medizinische Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

AstraZeneca und der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS) haben Spekulationen über eine bevorstehende Mega-Fusion entschieden zurückgewiesen. Laut Reuters erklärten beide Unternehmen am heutigen Sonntag, dass keine Verhandlungen über einen Zusammenschluss stattfinden. Zuvor hatte ein Bericht der Financial Times für erhebliche Unruhe an den Märkten gesorgt, in dem über einen potenziellen Deal mit einem Volumen von fast 400 Milliarden US-Dollar spekuliert worden war.

Marktturbulenzen nach Spekulationen um 400-Milliarden-Deal

Die Nachricht über die angebliche Fusion hatte am Freitag zunächst einen deutlichen Ausverkauf ausgelöst. Die AstraZeneca-Aktie verlor im Londoner Handel in der Spitze fast 9 Prozent an Wert, konnte sich jedoch nach dem Dementi wieder um etwa 3 Prozent erholen. Marktbeobachter verwiesen auf den Widerstand großer Investoren gegen eine Transaktion dieser Größenordnung.

Zusätzlicher Druck auf den Kurs entstand durch Berichte über die Phase-3-Studie des Medikaments Wainua zur Behandlung der Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM). Das gemeinsam mit Ionis Pharmaceuticals entwickelte Präparat verfehlte in der groß angelegten Untersuchung seinen primären Endpunkt. Ziel war eine signifikante Reduktion von Todesfällen und kardiovaskulären Ereignissen über einen Zeitraum von 140 Wochen. Dieser Rückschlag in der kardiovaskulären Forschung belastete das Vertrauen der Anleger zusätzlich.

Mit einem Schlusskurs von 139,60 € am Freitag notiert das Papier nun 22,92 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf insgesamt 11,62 %.

Operative Fortschritte in der Onkologie

Trotz der Turbulenzen an der Börse meldet das Unternehmen operative Fortschritte in seinem Kerngeschäft. Die indische Tochtergesellschaft AstraZeneca Pharma India erhielt von der dortigen Zulassungsbehörde CDSCO die Genehmigung für die Vermarktung des Krebsmedikaments Enhertu. Das Präparat wurde für die adjuvante Behandlung von Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs zugelassen.

Darüber hinaus stärkt der Konzern seine Position in der personalisierten Medizin durch eine neue globale Partnerschaft mit SOPHiA GENETICS. Ziel dieser Kooperation ist es, den Zugang zu dezentralen Begleitdiagnostika in der Onkologie zu erweitern und damit Krebstherapien präziser auf die Bedürfnisse einzelner Patienten abzustimmen.

Investoren nutzen Kursrücksetzer für Neupositionierungen

Während der Aktienkurs unter Druck stand, nutzten mehrere institutionelle Investoren das niedrigere Niveau im zweiten Quartal 2026 für Zukäufe. So erwarb Professional Advisory Services 161.624 Aktien im Wert von rund 30,24 Millionen US-Dollar. Auch Gradient Investments baute eine neue Position auf und kaufte 108.133 Anteile.

Die fundamentalen Daten stützen dieses institutionelle Interesse teilweise. Für das zweite Quartal meldete AstraZeneca einen Gewinn je Aktie (EPS) von 2,63 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 2,50 US-Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 % auf 15,38 Milliarden US-Dollar. Analysten bleiben trotz der jüngsten Volatilität mehrheitlich optimistisch für den Wert: Von 15 erfassten Expertenempfehlungen lauten derzeit 12 auf „Kaufen“, bei einem durchschnittlichen Kursziel von 211,00 US-Dollar.

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