Astrazeneca Aktie: KI-Pakt mit Oracle
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 16:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deAstrazeneca holt sich Rechenleistung und Datenkompetenz ins Haus. Der britisch-schwedische Pharmakonzern hat eine Kooperation mit dem Cloud-Anbieter Oracle vereinbart, die klinische Forschung und Behandlungsalltag enger verzahnen soll. Es ist bereits der zweite KI-Deal innerhalb weniger Tage.
Praxis statt Wirkstoffsuche
Der Ansatz unterscheidet sich von klassischen KI-Projekten in der Pharmabranche. Statt neue Wirkstoffziele aufzuspüren, wollen die Partner testen, wie sich wissenschaftliche Forschung direkt mit klinischen Arbeitsabläufen verbinden lässt. Zu Beginn stehen drei Felder im Mittelpunkt: die Rekrutierung für klinische Studien, eine frühere Diagnosestellung und die Überwachung der Arzneimittelsicherheit.
Astrazeneca bringt seine therapeutische Expertise ein, Oracle liefert Real-World-Daten sowie Cloud-, KI- und Datenverarbeitungskompetenz. Die Vereinbarung ist unverbindlich. Die Partner wollen ausgewählte Anwendungsfälle prüfen, die Effizienz und Erfolgsaussichten von Studien verbessern könnten.
Konzernchef Pascal Soriot spricht von einer „einzigartigen Zusammenarbeit", die den Weg von der Wirkstoffentdeckung bis zur Patientenversorgung beschleunigen soll. Patienten ließen sich früher identifizieren, Studien optimieren und Evidenz über den gesamten Lebenszyklus eines Medikaments sammeln.
Start in Abu Dhabi
Die Projekte sollen in den USA, im Nahen Osten und in Europa laufen und die Kerntherapiegebiete abdecken: Onkologie, Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, Atemwegs- und Immunerkrankungen sowie seltene Leiden. Das erste Programm startet in Abu Dhabi. Es konzentriert sich auf Bluthochdruck und klinische Forschung, gemeinsam mit dem Gesundheitsunternehmen M42.
Erst in der vergangenen Woche hatte Astrazeneca eine Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Insitro verkündet. Dabei geht es um KI-gestützte Forschung zu kardiometabolischen Erkrankungen, das Volumen liegt bei bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Beide Vereinbarungen zeigen, dass der Konzern KI gleichzeitig an der Basis der Forschung und in der klinischen Anwendung verankern will.
An der Börse kam die Nachricht gut an. In London legte die Aktie zeitweise um 0,68 Prozent auf 124,85 Pfund zu. Konkrete Finanzzahlen zur Oracle-Kooperation nennt der Konzern nicht. Ob aus der unverbindlichen Absicht ein belastbares Geschäftsmodell wird, dürfte sich erst an den ersten Ergebnissen aus Abu Dhabi ablesen lassen.
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