Astrazeneca, Aktie

Astrazeneca Aktie: Imfinzi glänzt auf ESMO

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 16:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Phase-III-Studien berichten längeres Überleben mit Imfinzi-Kombinationen, zugleich traten schwere Nebenwirkungen häufiger auf.
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Zwei Phase-III-Studien, ein Kongress, ein Wirkstoff: Astrazeneca hat beim Krebskongress ESMO in Madrid gleich doppelt nachgelegt. Die Daten zu Imfinzi (Durvalumab) bei Lungen- und Blasenkrebs wurden zudem im „New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Lungenkrebs: Kombination mit Amgens Tarlatamab

In der DeLLphi-305-Studie erhielten Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs nach der Induktionstherapie entweder Imfinzi allein oder zusammen mit Amgens Tarlatamab. Die Kombination senkte das Sterberisiko um 58 Prozent. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 21,1 Monaten, mit Imfinzi allein waren es 12,7 Monate.

Auch das progressionsfreie Überleben verbesserte sich deutlich: 7,4 gegenüber 1,9 Monaten. Der Vorteil zeigte sich in allen vorab definierten Untergruppen, auch bei Hirn- und Lebermetastasen.

Schwere Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 traten mit der Kombination häufiger auf, in 20,9 Prozent der Fälle gegenüber 10,8 Prozent. Behandlungsbedingte Todesfälle gab es nicht. Die Studie sponsert Amgen, Astrazeneca beteiligte sich teilweise an der Finanzierung und stellte Imfinzi bereit. Der Konzern sieht den Wirkstoff damit als Basis-Immuntherapie bei kleinzelligem Lungenkrebs.

Blasenkrebs: VOLGA bestätigt Überlebensvorteil

In der VOLGA-Studie prüfte Astrazeneca Imfinzi rund um die Operation, kombiniert mit Enfortumab Vedotin vor dem Eingriff. Die Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs waren für Cisplatin nicht geeignet oder lehnten es ab. Verglichen wurde mit alleiniger Blasenentfernung, gegebenenfalls mit zugelassener Nachbehandlung.

Das Risiko für Rückfall, Fortschreiten oder Tod sank um 49 Prozent, das Sterberisiko um 42 Prozent. Nach zwei Jahren lebten laut Zwischenanalyse 78 Prozent der Patienten mit der Kombination, im Vergleichsarm waren es 69 Prozent.

Der Preis ist eine höhere Toxizität: Schwere Ereignisse traten bei 64 Prozent der behandelten Patienten auf, im Vergleichsarm bei 44 Prozent. Neue Sicherheitssignale zeigten sich nicht, die Lebensqualität blieb nach der Operation erhalten.

Regulatorisch ist der Weg bereits angelaufen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat im September 2026 eine Priority Review für diese Indikation gewährt. Ein Zulassungsentscheid steht damit in absehbarer Zeit an, ein konkreter Termin wurde nicht genannt.

Für Astrazeneca stärken beide Datensätze die Position von Imfinzi in der Onkologie, im Blasenkrebs ergänzt die Studie bereits die bestehende Zulassung bei Cisplatin-geeigneten Patienten.

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