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Astrazeneca Aktie: Camizestrant scheitert in SERENA-4

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 09:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AstraZeneca verfehlt mit Camizestrant ein Studienziel, meldet aber positive Lungendaten und hält an der Jahresprognose fest.

Wissenschaftler im weißen Kittel arbeiten in modernem Pharma-Forschungslabor
AstraZeneca plc (ISIN GB0009895292) betreibt moderne Forschungslabore für pharmazeutische Wirkstoffentwicklung und klinische Studien weltweit Illustration mit AI erstellt.

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat am gestrigen Freitag einen Rückschlag in seiner wichtigen Onkologie-Sparte hinnehmen müssen. Die klinische Phase-III-Studie SERENA-4 für den Wirkstoffkandidaten Camizestrant verfehlte ihre primären Ziele bei der Behandlung einer verbreiteten Form von Brustkrebs. Damit wird die Nachrichtenlage des britisch-schwedischen Unternehmens durch gegensätzliche Signale aus der Forschungspipeline bestimmt.

Camizestrant verfehlt klinische Ziele in der Onkologie

Im Rahmen der SERENA-4-Studie wurde Camizestrant in Kombination mit Palbociclib zur Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs untersucht. Das vorrangige Ziel der Untersuchung war eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur Standardbehandlung.

Wie das Unternehmen gestern mitteilte, konnte dieser Endpunkt nicht erreicht werden. Zwar wurde in der Studie eine numerische Verbesserung des Krankheitszustands beobachtet, diese war jedoch statistisch nicht eindeutig genug.

Dieser Ausgang dämpft die Erwartungen an die spezifische Wirkstoffkombination, auch wenn Camizestrant für andere Anwendungsbereiche bereits Fortschritte erzielt hat.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte das Medikament unter dem Markennamen Etcamah eine beschleunigte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Diese Genehmigung beschränkt sich jedoch auf eine Patientengruppe mit einer spezifischen ESR1-Mutation und stützte sich auf die Ergebnisse der separaten SERENA-6-Studie.

Starke Datenlage in der Atemwegsforschung bietet Gegenpol

Einen deutlichen Lichtblick für die langfristige Wachstumsstrategie bildeten hingegen am Dienstag veröffentlichte Detaildaten zur Behandlung von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). In den Phase-III-Studien OBERON und TITANIA konnte der Antikörper Tozorakimab die Häufigkeit moderater und schwerer Krankheitsausbrüche bei ehemaligen Rauchern um 29 beziehungsweise 34 Prozent gegenüber einem Placebo senken.

Tozorakimab befindet sich derzeit in einem vorrangigen Prüfverfahren der FDA, wobei mit einer US-Marktzulassung im ersten Quartal 2027 gerechnet wird. Das Management prognostiziert für diesen Wirkstoff ein jährliches Umsatzpotenzial in der Spitze von mehr als 5 Milliarden US-Dollar.

Parallel dazu meldete AstraZeneca am Dienstag Erfolge bei der Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs. In der gemeinsam mit Amgen durchgeführten DeLLphi-305-Studie verbesserte die Kombination des AstraZeneca-Medikaments Imfinzi mit dem Wirkstoff Tarlatamab das Gesamtüberleben der Patienten signifikant.

Marktentwicklung und finanzielle Leitplanken

An der Börse bleibt die Stimmung für den Pharmawert vorerst verhalten. Die Aktie schloss am Freitag bei 137,45 €. Seit dem Jahresbeginn hat das Papier 13 Prozent an Wert verloren. Damit notiert der Anteilsschein aktuell 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Rückblickend hatte AstraZeneca vor rund einem Monat die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 2,63 US-Dollar die Analystenschätzungen übertraf, blieb der Quartalsumsatz von 15,38 Milliarden US-Dollar geringfügig hinter den Erwartungen zurück.

Das Unternehmen hält dennoch an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest und erwartet ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Die weiteren Fortschritte bei der Zulassung neuer Therapien wie Tozorakimab dürften maßgeblich dafür sein, ob der Konzern seine langfristigen Wachstumsziele erreicht.

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