AstraZeneca, Milliarden

AstraZeneca: 1,5 Milliarden für Zegfrovy-Rechte

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 03:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AstraZeneca dementiert Fusionsgespräche mit BMS und treibt mit China-Joint-Venture sowie Krebsmedikamenten-Deals das Wachstum voran.

AstraZeneca: Fusionsgerüchte entkräftet, Fokus auf China-Deal und Onkologie
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Forschungslabors mit Laborgeräten und Glasfläschchen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach einer Phase erheblicher Unsicherheit und Kurskapriolen kehrt beim britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca wieder Sachlichkeit ein. Medienberichten zufolge haben sich die Spekulationen um eine Megafusion mit dem US-Wettbewerber Bristol Myers Squibb (BMS) als haltlos erwiesen.

Während die Nachricht über ein mögliches 400-Milliarden-Dollar-Geschäft Anfang August noch für einen massiven Kurssturz von neun Prozent an einem einzigen Handelstag gesorgt hatte, verdeutlichen die jüngsten operativen Schritte, dass das Unternehmen seine Wachstumsziele primär durch strategische Kooperationen und gezielte Akquisitionen verfolgt.

Klarheit nach Spekulationen um Bristol Myers Squibb

Die Aufregung am Markt basierte ursprünglich auf einem Bericht der Financial Times, wonach AstraZeneca sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Fusion befunden habe, die größtenteils auf einem Aktientausch basiert hätte.

Demnach soll das Board von AstraZeneca die Verhandlungen jedoch bereits am 3. August abgebrochen haben. Als Grund wurden Bedenken der Investoren hinsichtlich bevorstehender Patentabläufe bei Bristol Myers Squibb genannt. Laut Reuters dementierten dem Unternehmen nahestehende Quellen am Dienstag, dass es überhaupt aktive Verhandlungen gegeben habe.

Diese Nachricht sorgte für eine Beruhigung der Lage, wenngleich die Aktie weiterhin unter Druck steht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 14 %. Der gestrige Schlusskurs von 136,40 € unterstreicht die aktuelle Schwächephase, in der die Aktie mit einem Abstand von 25 % deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert.

Dennoch sehen Analysten in der aktuellen Bewertung eine Chance. Michael Leuchten vom Analysehaus Jefferies bekräftigte gestern seine Kaufempfehlung für die Aktie und bestätigte ein Kursziel von 235,45 US-Dollar.

Ausbau der Präsenz in China und neue Krebsmedikamente

Fernab der Fusionsgerüchte treibt AstraZeneca seine globale Expansionsstrategie voran. Am vergangenen Freitag gab der Konzern den Abschluss eines Joint-Venture-Vertrags mit der CSPC Pharmaceutical Group bekannt.

In der chinesischen Stadt Shijiazhuang soll eine hochmoderne Produktionsstätte für Biologika entstehen. AstraZeneca hält an diesem Gemeinschaftsunternehmen einen Anteil von 49 %, während CSPC 51 % kontrolliert. Die Fabrik soll KI-gesteuerte Systeme nutzen, um Wirkstoffe für den Weltmarkt herzustellen.

Parallel dazu stärkt das Unternehmen sein Onkologie-Portfolio durch eine bedeutende Akquisition. AstraZeneca sicherte sich Medienberichten zufolge für bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar die weltweiten Rechte (ausgenommen China) an dem bereits von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassenen EGFR-Inhibitor Zegfrovy.

Verkäufer ist Dizal Pharmaceutical, ein Unternehmen, das ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt zwischen AstraZeneca und SDIC Innovative Investment Management gegründet wurde. Dieser Zukauf unterstreicht die Strategie, bewährte Wirkmechanismen in das eigene Portfolio zu integrieren und global zu vermarkten.

Starke Geschäftszahlen und klinische Fortschritte

Die operative Stärke des Konzerns spiegelte sich bereits in den Ende Juli vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal 2026 wider. Mit einem Gesamtumsatz von 15,38 Milliarden US-Dollar und einem Kerngewinn je Aktie (EPS) von 2,63 US-Dollar wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Besonders die Sparten Onkologie und seltene Krankheiten erwiesen sich mit einem Wachstum von 15 % als verlässliche Ertragssäulen.

Zusätzlich untermauern klinische Erfolge das langfristige Potenzial. Ende Juli erhielt AstraZeneca die Zulassung der Europäischen Kommission für Datroway, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat zur Behandlung einer spezifischen Form von metastasierendem Brustkrebs.

Zudem lieferte eine Phase-III-Studie mit Sonesitatug Vedotin statistisch signifikante Verbesserungen beim Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs. Diese Fortschritte in der Pipeline bilden das Gegengewicht zu den jüngsten Marktturbulenzen und verdeutlichen, dass der Fokus des Managements weiterhin auf der wissenschaftlichen Wertschöpfung liegt.

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