ASML: Intel startet High-NA-EUV-Serienfertigung
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ASML meldet sich zurück. Die Aktie des niederländischen Lithografie-Riesen klettert am Dienstag um 3,78 Prozent auf 1.483,20 Euro. Binnen sieben Handelstagen summiert sich der Anstieg auf 9,61 Prozent — ein deutliches Lebenszeichen nach dem Kursrutsch Ende Juli.
Vom Rekordhoch bei 1.748,00 Euro aus Ende Juni bleibt die Aktie dennoch 15,15 Prozent entfernt. Der Markt bleibt gespalten zwischen zwei Erzählsträngen: technologischer Vorsprung auf der einen Seite, chinesische Konkurrenz und regulatorischer Druck auf der anderen.
Intel bringt High-NA-EUV in die Serienfertigung
Der eigentliche Auslöser der Rally liegt in der Chipfertigung selbst. Intel Foundry hat die Serienproduktion ausgewählter "Panther Lake"-Prozessoren der Core-Ultra-Series-3 auf Basis der 18A-Technologie gestartet — mit ASMLs neuester High-NA-EUV-Generation. Die Ausbeute liegt bereits auf dem Niveau der etablierten NXE-Plattform.
Das ist keine Nebensächlichkeit. Als einziger Anbieter dieser Systeme sitzt ASML an der entscheidenden Engstelle der globalen Chipproduktion. Jeder Beweis, dass die neue Technologie im Serienbetrieb funktioniert, bestätigt diese Position und zieht institutionelles Kapital an.
China-Konkurrenz und US-Ermittlungen bleiben Risikofaktoren
Die Schwäche Ende Juli hatte einen konkreten Auslöser: Berichte über ein staatlich gefördertes Unternehmen aus Shanghai, das die Massenproduktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen aus eigener Entwicklung gestartet haben soll. Es wäre die erste ernstzunehmende chinesische Alternative zu ASMLs Systemen — in einem Markt, der rund 36 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.
Hinzu kommt Ärger aus Washington. Das US-Handelsministerium prüft, ob ASML bei EUV-Komponenten gegen Exportkontrollen verstoßen hat. Ranghohe Regierungsvertreter sprechen von möglichen Spezifikationsverstößen. Trotz dieser Belastungen bleibt die Auftragslage robust: Die Nachfrage nach Lithografiesystemen der nächsten Generation zieht an, mehrere Analysten haben ihre Kursziele nach verbesserten Margenprognosen angehoben.
Dividende und Aktienrückkauf unterstreichen die Kapitalstärke
Am Mittwoch zahlt ASML die jüngste Zwischendividende aus: 1,88 Euro je Stammaktie. Im zweiten Quartal hat der Konzern bereits rund 1,1 Milliarden Euro im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms 2026–2028 investiert.
Die Basis dafür liefern solide Quartalszahlen. Der Nettoumsatz erreichte im zweiten Quartal 9.326 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 54,0 Prozent. Unter dem Strich blieben 2.918 Millionen Euro Nettogewinn, das Ergebnis je Aktie lag bei 7,59 Euro.
Für die Zukunft plant ASML größer. Die Kapazität für Low-NA-EUV- und DUV-Immersionssysteme soll 2027 gegenüber 2026 um rund 30 Prozent steigen. Für 2028 prüft der Konzern eine weitere Ausweitung in ähnlicher Größenordnung — getrieben von der KI-Nachfrage nach Rechenleistung.
Charttechnik zeigt Unentschlossenheit
Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch 7,09 Prozent unter ihrem Stand vor 30 Tagen. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.538,98 Euro und damit über dem aktuellen Kurs — ein Signal, dass die kurzfristige Erholung noch nicht abgeschlossen ist. Der RSI von 47,9 zeigt: Weder überkauft noch überverkauft, der Markt sucht seine Richtung.
Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 60,95 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate hat sich die Aktie mehr als verdoppelt, ein Plus von 148,57 Prozent seit dem 52-Wochen-Tief bei 588,00 Euro am 6. August 2025. Ob die aktuelle Erholung trägt, dürfte sich an der Entwicklung der China-Ermittlungen und an weiteren Produktionsmeldungen zu High-NA-EUV entscheiden.
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