ASML Aktie: Ersatzteile in Südkorea um 10 Prozent teurer
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 08:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der niederländische Halbleiterausrüster ASML dreht an der Preisschraube für seine bestehende Anlagenbasis. Ab Januar 2027 steigen die Preise für sämtliche Ersatzteile von EUV- und DUV-Lithografiesystemen in Südkorea pauschal um 10 Prozent. Die beiden dortigen Schwergewichte der Halbleiterindustrie, Samsung Electronics und SK Hynix, haben der Anpassung nach vorangegangenen Verhandlungen zugestimmt.
Wachstumshebel im margenstarken Servicegeschäft
Die Preisanpassung umfasst sowohl Verbrauchsmaterialien als auch wesentliche Hauptkomponenten, die bei Ausfällen oder Leistungsabfällen ausgetauscht werden müssen. Für den Konzern aus Veldhoven gewinnt das Geschäft mit Wartung, Ersatzteilen und Upgrades zunehmend an Bedeutung.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt ASML in dieser Sparte ein Erlöswachstum von mehr als 30 Prozent in Aussicht. Die durchgesetzten Preiserhöhungen stützen diesen Trend und demonstrieren die Preissetzungsmacht des Monopolisten für modernste Lithografietechnik. Parallel dazu führt das Management Verhandlungen mit weiteren Großkunden über Preisanpassungen bei Neuanlagen.
Hohe Kapazitätsauslastung stützt die Jahresziele
Rückenwind erhält ASML durch den ungebrochenen Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Nach Einschätzung von Konzernchef Christophe Fouquet treibt der Boom die Nachfrage nach Speicher- und Logikchips massiv an, sodass das Angebot in mehreren Endmärkten die Nachfrage absehbar nicht vollständig decken kann. Kunden investieren daher kontinuierlich in den Ausbau ihrer Fertigungslinien.
Neben den etablierten Systemen treibt das Unternehmen auch den kommerziellen Einsatz der High-NA-EUV-Generation voran, deren Einzelpreis bei rund 350 Millionen Euro liegt und die unter anderem von Intel im operativen Betrieb erprobt wird.
Analysten blicken optimistisch auf Zwischenbericht
Am Kapitalmarkt honorieren Anleger die robuste Marktstellung: Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 73 Prozent und ging am Freitag bei 1.592,60 Euro aus dem Handel. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro fehlen der Aktie damit lediglich 8,9 Prozent.
In der kommenden Woche legt ASML seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vor, nachdem das Management für den Berichtszeitraum einen Quartalsumsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 55 bis 57 Prozent in Aussicht gestellt hatte.
Die Analysten von Morgan Stanley halten ein erneutes Übertreffen dieser Zielspanne für möglich. Die Bank sieht den Konzern als bevorzugten Wert innerhalb der europäischen Halbleiterbranche.
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