Asm Pacific Aktie: Kein Verkauf von SMT, Kurs rutscht ab
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deASMPT begründet den Verbleib von SMT Solutions im Konzern mit besseren Wachstums- und Ertragsperspektiven durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Das Unternehmen hat heute seine strategische Prüfung abgeschlossen. Für Anleger rückt damit die operative Entwicklung der Sparte an die Stelle einer möglichen Verkaufsgeschichte. Citi sieht darin trotz kurzfristiger Enttäuschung am Aktienmarkt Chancen für höhere Gewinnerwartungen.
Ambitionierte Ziele für Umsatz und Margen
ASMPT erwartet für SMT Solutions im Jahr 2027 einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Gegenüber 2025 entspräche das einer Verdopplung. Die Prognose bildet einen wesentlichen Teil der Begründung, das Geschäft nicht abzugeben.
Die im Januar gestartete Prüfung umfasste neben einem Verkauf auch ein Gemeinschaftsunternehmen, eine Abspaltung und eine separate Börsennotierung. Mit ihrem Abschluss entscheidet sich ASMPT dafür, das erwartete Wachstum innerhalb des Konzerns zu nutzen.
Auch bei der Profitabilität setzt das Unternehmen deutlich höhere Ziele: Die Bruttomarge soll vom niedrigen 30%-Bereich auf etwa 40% steigen. Für die Segmentgewinnmarge stellt ASMPT 20% in Aussicht.
Diese Erwartungen sind noch keine erreichten Ergebnisse. Sie machen vielmehr deutlich, woran sich die Entscheidung künftig messen lassen muss: SMT soll nicht nur mehr Umsatz liefern, sondern zugleich profitabler werden.
KI verändert den Auftragsmix
KI-bezogene Anwendungen stellten im bisherigen Jahresverlauf 2026 mehr als die Hälfte der SMT-Auftragseingänge. Im entsprechenden Zeitraum 2024 waren es lediglich 12%. ASMPT verweist damit auf einen erheblich veränderten Nachfragemix.
Das Unternehmen führt die Entscheidung zum Verbleib der Sparte auf die wachsende Nachfrage nach KI-Infrastruktur zurück. Auch fortschrittliche Chipgehäusetechnik trägt zum Geschäft bei.
Auf Advanced Packaging entfielen im bisherigen Jahresverlauf Aufträge von rund 340 Millionen US-Dollar. Das entspricht etwa 25% der Segmentaufträge.
Damit stützt sich die strategische Neubewertung nicht allein auf künftige Umsatzhoffnungen. Die Zusammensetzung der bereits eingegangenen Bestellungen liefert ebenfalls ein Argument dafür, SMT innerhalb der Gruppe weiterzuentwickeln.
Citi trennt Kursdruck und Gewinnchancen
Die Börse reagiert zunächst negativ auf den Strategiebeschluss: Mit einer Tagesveränderung von -10% zeigt sich deutlicher Verkaufsdruck. Die Aussicht auf bessere operative Ergebnisse verhindert die Enttäuschung über den ausgebliebenen Verkauf damit zunächst nicht.
Nach Einschätzung von Citi hatten Anleger auf eine Neubewertung durch die Umwandlung zum reinen Halbleiterausrüster gesetzt. Der Verbleib von SMT durchkreuzt diese Erwartung. Zugleich liegen die SMT-Prognosen nach Ansicht der Bank über den Markterwartungen und könnten den Gewinnausblick verbessern.
Citi bestätigt deshalb die Kaufempfehlung und das Kursziel von 190 HKD. Die Analysten schätzen den SMT-Nettogewinn auf rund 230 Millionen US-Dollar.
Der entscheidende Gegensatz liegt damit zwischen enttäuschten Verkaufserwartungen und einem möglicherweise höheren Ergebnisbeitrag der behaltenen Sparte. Die angekündigte Verbesserung der Profitabilität ist der zentrale Maßstab für den wirtschaftlichen Erfolg dieser Entscheidung.
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