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ASM Aktie: XP8 Vertos startet Großserienfertigung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 13:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ASM setzt eine neue PECVD-Methode bereits industriell ein und meldet für das zweite Quartal 2026 ein Umsatzplus von 20 Prozent.

Reinraum mit ALD-Prozesskammer, Wafern und Technikern in Schutzanzügen
ASM International N.V. (NL0000334118) zeigt Reinraum mit ALD-Prozesskammern, Wafer-Handling-Robotern und Technikern in Schutzkleidung Illustration mit AI erstellt.

Der niederländische Halbleiterausrüster ASM International hat eine neuartige Prozesstechnologie für die Chipproduktion im industriellen Maßstab vorgestellt. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier des Unternehmens an der Börse bei 835,80 Euro, was einem Minus von 2,1 Prozent entspricht.

Fortschritte bei komplexen dreidimensionalen Chipstrukturen

Das Unternehmen aus Almere kündigte am Dienstag die Einführung von XP8 Vertos Flowable Carbon an. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um den weltweit ersten plasmaunterstützten chemischen Gasphasenabscheidungs-Film (PECVD) aus fließfähigem Kohlenstoff. Das Verfahren verbindet die Füllung kleinster Hohlräume und die Einebnung der Oberflächen in einem einzigen Durchgang.

Bisherige Materialien stießen bei zunehmend komplexen Strukturen regelmäßig an Grenzen hinsichtlich Passgenauigkeit und Oberflächenkontrolle. Die Neuentwicklung fließt von unten in vertikale Strukturen und richtet sich selbst aus. Dadurch lassen sich nach Unternehmensangaben nachgelagerte Arbeitsschritte wie das chemisch-mechanische Polieren oder das Rückätzen vollständig einsparen.

Vorstandschef Hichem M'Saad betonte, dass Materialinnovationen wie diese eine zentrale Voraussetzung für die fortschreitende räumliche Skalierung moderner Schaltkreise darstellen. Die Technologie wird bereits in der Großserienfertigung eingesetzt und eignet sich sowohl für Logikbausteine als auch für Speicherchips. Auch Tyler Sample, Vizepräsident für den Bereich PECVD bei ASM, hob die produktionstechnischen Einsparungen hervor.

Branchenweit wächst der Bedarf an solchen Fertigungslösungen zügig. Der Branchenverband Semiconductor Industry Association rechnet für das Jahr 2026 mit einem weltweiten Halbleitermarktvolumen von rund 1,5 Billionen US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem rechenintensive Anwendungen, die immer kleinere und dichter gepackte Transistoren verlangen.

Solide Finanzlage und ambitionierte Erwartungen

Die technologische Neuerung trifft bei ASM auf eine robuste operative Ausgangslage. Im zweiten Quartal 2026 steigerte der Konzern seinen Umsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 1,0031 Milliarden Euro. Dabei erzielte das Unternehmen eine Bruttomarge von 51,9 Prozent.

Für das gesamte erste Halbjahr 2026 wies der Ausrüster Erlöse von 1,8656 Milliarden Euro aus. Für die zweite Jahreshälfte stellt das Management bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten in Aussicht. Parallel dazu schloss ASM am 14. September ein Aktienrückkaufprogramm über 150 Millionen Euro ab.

Trotz der heutigen Kursverluste blicken Anleger auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurück. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 60 Prozent. Inwiefern die neue Kohlenstoff-Abscheidungstechnologie in den kommenden Quartalen bereits zu messbaren Auftragseingängen führen wird, müssen die nächsten Zwischenberichte des Konzerns zeigen.

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