Aroundtown Aktie: Bob W sichert sich Berliner Büro
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Sog anhaltender Branchensorgen und steigender Finanzierungskosten hat die Aktie von Aroundtown am Freitag um 2,5 Prozent nachgegeben. Das Papier beendete den Handelstag bei 1,56 Euro und markierte damit zugleich ein neues 52-Wochen-Tief. Neben dem schwierigen Zinsumfeld wirkte eine frisch gesenkte Kurserwartung auf die Stimmung der Marktteilnehmer.
Das Analysehaus Warburg Research reduzierte am Donnerstag sein Kursziel für den Gewerbeimmobilienspezialisten von 3,80 auf 3,30 Euro, behielt die Einstufung jedoch auf „Buy“. Zur Begründung verwiesen die Analysten auf den anhaltenden Gegenwind im Immobiliensektor sowie den bestehenden Refinanzierungsdruck, der auf der Kursentwicklung laste.
Das Marktumfeld für gewerbliche Bestandshalter bleibt angespannt. Der Beratungsgesellschaft Baker Tilly zufolge halten steigende Renditen den Druck hoch: Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen von deutlich über 3 Prozent belasten etablierte Immobiliengesellschaften bei der Refinanzierung spürbar.
Vermietungserfolge in Berlin und im Hotelportfolio
Trotz des Gegenwinds an den Kapitalmärkten meldete das Unternehmen Fortschritte im operativen Geschäft. Am Donnerstag schloss Aroundtown einen langfristigen Mietvertrag für eine Bürokonversion in der Berliner Karl-Liebknecht-Straße 33 ab. Der Betreiber Bob W sicherte sich das Objekt für 15 Jahre mit zusätzlicher Verlängerungsoption. Geplant sind 285 Serviced Apartments, deren Fertigstellung für das vierte Quartal 2026 vorgesehen ist.
Medienberichten zufolge gelang dem Konzern zeitgleich ein weiterer Abschluss im Beherbergungssektor. Acht Hotelimmobilien in Deutschland wurden an Sunday Hotels vermietet. Die Häuser sollen weiterhin unter der Marke Seminaris betrieben werden. Damit setzt Aroundtown die Bewirtschaftung seines Hotelportfolios fort, um Leerstände zu minimieren und die Ertragsbasis in diesem Segment zu sichern.
Fortschritte bei Zertifizierung und Solarenergie
Parallel zu den Mietabschlüssen treibt das Unternehmen Maßnahmen zur energetischen Aufwertung seines Bestands voran. Eine Berliner Büroimmobilie in der Markgrafenstraße 17–18 erhielt am 29. September eine BREEAM-Rezertifizierung mit der Bewertung „Excellent“. Das Gebäude verbesserte sich damit gegenüber der vorherigen Einstufung mit „Good“.
Zudem vermeldete das Unternehmen den Ausbau seiner Solaranlagen. Insgesamt wurden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 15,8 Megawatt Peak auf mehr als 150 Dächern installiert. Diese verteilen sich auf rund 120 Immobilien in Deutschland und den Niederlanden. Diese Maßnahmen zeigen zwar operative Aktivität, an der Börse dominiert derzeit dennoch die Zins- und Refinanzierungsthematik.
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