Arbutus Aktie: Tender bis 29. September für 230 Millionen
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 20:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rückkauf via Tender-Verfahren gestartet
Arbutus Biopharma hat am Montag ein modifiziertes "Dutch Auction"-Tender-Angebot gestartet, um eigene Stammaktien im Wert von bis zu 230 Millionen US-Dollar zurückzukaufen und einzuziehen. Laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bietet das Unternehmen einen Preisrahmen zwischen 5,00 und 5,75 US-Dollar pro Aktie an. Sollte das Angebot vollständig ausgeschöpft werden, würde dies zwischen 20,2 Prozent und 23,2 Prozent der zum 19. August ausstehenden Aktien entsprechen.
Die Frist für das Angebot läuft voraussichtlich bis zum 29. September. Das Vorhaben steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Ausnahmegenehmigungen in den USA und Kanada sowie weiterer marktüblicher Bedingungen. Bereits am vergangenen Freitag hatte das Management die Pläne für diesen Schritt konkretisiert. Die Finanzierung erfolgt aus den vorhandenen Barmitteln des Unternehmens, die zuletzt durch bedeutende Zahlungen gestärkt wurden.
Finanzielle Basis durch Patent-Vergleich
Der finanzielle Spielraum für diese Kapitalmaßnahme resultiert maßgeblich aus juristischen Erfolgen im Patentstreit um die Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP). Wie das Unternehmen bekannt gab, erhielt Arbutus am 8. Juli eine Zahlung in Höhe von 178,4 Millionen US-Dollar als Anteil an einer Vergleichszahlung von Moderna. Dieser Betrag umfasst auch die Erstattung von Prozesskosten des Unternehmens. Bereits im März hatten Arbutus und Genevant Sciences eine Vereinbarung mit Moderna getroffen, die eine Gesamtzahlung von 950 Millionen US-Dollar im Juli vorsah.
Diese Zuflüsse prägten bereits die Bilanz des ersten Quartals 2026, in dem der Umsatz aufgrund von Lizenzerträgen aus dem Moderna-Vergleich auf 179,1 Millionen US-Dollar sprang – gegenüber lediglich 1,8 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Im zweiten Quartal, das am 30. Juni endete, wies Arbutus hingegen einen Gesamtumsatz von 1,0 Million US-Dollar aus. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Ende des zweiten Quartals auf 92,6 Millionen US-Dollar, noch bevor die große Tranche der Vergleichszahlung im Juli verbucht wurde.
Fortschritte in der klinischen Entwicklung
Neben den finanziellen Weichenstellungen meldete Arbutus am 12. August Fortschritte in der Medikamentenentwicklung. Das Unternehmen hat sich mit der US-Gesundheitsbehörde FDA über das Design einer geplanten Phase-2b-Studie für den Wirkstoff Imdusiran abgestimmt. Parallel dazu treibt Arbutus gemeinsam mit Genevant Sciences weitere Patentklagen voran. Am 16. Juli wurden drei internationale Klagen gegen Pfizer und BioNTech eingereicht, um Patentrechte an der LNP-Technologie durchzusetzen und Entschädigungen für mRNA-LNP-COVID-19-Impfstoffe zu fordern.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 4,48 Euro, was einem leichten Plus von 0,2 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel derzeit 4,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,69 Euro.
Trotz der angekündigten Rückkaufpläne und der juristischen Erfolge verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal geringere Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die auf 2,9 Millionen US-Dollar sanken, verglichen mit 5,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
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