Applied Materials Aktie: Lam-Engpässe belasten Branche
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 06:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deApplied Materials steht vor der nächsten Ergebnisvorlage unter dem Einfluss von Problemen eines Wettbewerbers. Am Donnerstag belasteten Medienberichten zufolge Lieferkettenengpässe bei Lam Research die Halbleiterausrüster. Am selben Tag kündigte Applied Materials seine nächste Bilanzvorlage an. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich die langfristigen Wachstumsziele mit dem kurzfristigen Branchenumfeld vereinbaren lassen.
Lieferengpässe belasten die Branche
Die Engpässe schränkten den Ausblick von Lam Research für das Dezemberquartal ein. Der anschließende Verkaufsdruck erfasste auch Applied Materials. Dabei handelte es sich um eine branchenweite Reaktion und nicht um die Folge einer unternehmensspezifischen Ankündigung von Applied Materials.
Diese Unterscheidung ist für die Einordnung wichtig: Die Schwierigkeiten eines Wettbewerbers erklären den jüngsten Branchendruck, belegen aber keine entsprechenden Lieferprobleme bei Applied Materials. Aussagen über die eigene Geschäftsentwicklung müssen deshalb von diesem Marktsignal getrennt bleiben.
Am Freitag schloss die Aktie bei 337,00 €. Dieser Kurs bildet den Ausgangspunkt vor der angekündigten Ergebnisvorlage, liefert für sich genommen aber keine Antwort auf die operative Lage.
Ergebnisvorlage als nächster Prüfstein
Applied Materials wird am 12. November die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichen. Das Unternehmen bestätigte diesen Termin am Donnerstag und kündigte eine begleitende Telefonkonferenz an.
Damit steht der nächste konkrete Anlass für eine Neubewertung fest. Entscheidend wird sein, welche Aussagen Applied Materials zur Geschäftsentwicklung und zu den Perspektiven macht. Die Probleme von Lam Research bilden dabei einen relevanten Branchenhintergrund, ersetzen jedoch keine Aussagen des Unternehmens zur eigenen Lage.
Die längerfristige Richtung hatte Applied Materials bereits am 13. Oktober vorgestellt. Das Unternehmen erwartet, dass die Ausgaben für Anlagen zur Waferfertigung bis 2030 schneller wachsen als im vorangegangenen Jahrzehnt.
Hohe Ziele treffen auf vorsichtigere Bewertungen
Für diesen Zeitraum strebt Applied Materials eine bereinigte Bruttomarge von ungefähr 54 Prozent und eine bereinigte operative Marge von ungefähr 40 Prozent an. Das sind Zielgrößen, keine bereits erreichten Ergebnisse.
Die Strategie setzt auf steigende Marktanteile und eine höhere Profitabilität. Für Aktionäre zählt deshalb nicht allein das erwartete Branchenwachstum, sondern auch die Fähigkeit des Unternehmens, daran überproportional teilzuhaben.
Analysten haben ihre Bewertungen dennoch zurückgenommen. Needham senkte das Kursziel am 16. Oktober von 740 $ auf 580 $ und behielt die Kaufempfehlung bei.
Die Kürzung bedeutet somit keine Abkehr von der grundsätzlich positiven Einschätzung. Sie zeigt aber, dass eine positive Empfehlung und niedrigere Bewertungserwartungen gleichzeitig bestehen können.
Auch Evercore ISI reduzierte am 15. Oktober das Kursziel auf 590 $ und hielt an der Erwartung einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung fest. Die Ergebnisvorlage wird damit zum nächsten Prüfstein zwischen langfristigem Anspruch und kurzfristigem Branchengegenwind.
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