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Applied Digital Aktie: Texas-Wahl verunsichert Rechenzentrumsausbau

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 03:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein lokales Votum in North Dakota fiel positiv aus, während für das Texas-Projekt Genehmigungen und Verträge noch ausstehen.
Moderne Server-Infrastruktur in einem Rechenzentrum mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Wahlergebnisse in den USA verschärfen für Applied Digital die Unsicherheit beim Rechenzentrumsausbau. Besonders in Texas drohen strengere Genehmigungsregeln und weniger Steueranreize. Gleichzeitig fiel eine lokale Abstimmung in North Dakota zugunsten eines geplanten Applied-Digital-Komplexes aus. Für Anleger zählt deshalb nicht allein der politische Kurswechsel, sondern der Genehmigungsstand jedes einzelnen Projekts.

Gestern verlor die Aktie -7,0%. Einen automatischen Stopp bereits geplanter Projekte bedeuten die Wahlergebnisse allerdings nicht.

Texas erhöht die Planungssicherheit nicht

Gina Hinojosa gewann die Gouverneurswahl in Texas gegen Greg Abbott. Sie hatte eine vorübergehende Pause für neue Rechenzentren und eine Überprüfung der Steueranreize angekündigt. Fortune berichtet zudem über ihr Vorhaben, Subventionen und Steuervergünstigungen zu beenden. Diese Ankündigungen sind von bereits geltenden Beschränkungen zu unterscheiden.

Goldman Sachs sieht durch mögliche Baustopps, strengere Regeln oder geringere Steueranreize rund 45% der geplanten US-Rechenzentrumskapazität gefährdet. Die Einschätzung betrifft mehrere Bundesstaaten und beschreibt ein Risiko für die Ausbaupipeline. Sie ist keine Prognose eines entsprechenden Kapazitätsausfalls bei Applied Digital.

Die unmittelbare Belastung liegt damit in unsicheren Zeitplänen und Rahmenbedingungen. Reuters zufolge könnte eine stärkere Kontrolle Investitionen, Anreize und Renditen belasten. Ob daraus Gesetzesänderungen entstehen, ist unsicher.

Für Applied Digital wird das beim vor rund zwei Wochen vereinbarten Gemeinschaftsunternehmen mit Soluna konkret. Geplant ist ein Rechenzentrum mit 50 MW in Briscoe County. Applied Digital soll 51% halten und die Entwicklung finanzieren.

Der erwartete Abschluss bis Ende 2026 bleibt an Voraussetzungen gebunden. Dazu zählen eine Steuervergünstigung des Countys sowie Betriebs-, Miet- und Stromverträge und weitere Genehmigungen. Für den vorgesehenen Mieter ChronoScale besteht bislang lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Ein definitiver Mietvertrag liegt noch nicht vor.

Harwood setzt einen Gegenakzent

In Harwood, North Dakota, verlief die Abstimmung anders. Laut Bloomberg Law lehnten am Dienstag rund drei Viertel der Wähler eine Maßnahme zur Einschränkung industrieller Entwicklungen ab. Anlass war ein geplanter großer Rechenzentrumskomplex von Applied Digital mit Oracle als letztlichem Kunden.

Die Vollauslastung ist für 2027 vorgesehen. Das Abstimmungsergebnis beseitigt nicht sämtliche Umsetzungsrisiken. Es zeigt aber, dass lokale Entscheidungen den Ausbau auch stützen können.

Morgan Stanley zählt Applied Digital zu den besser positionierten Unternehmen. Genehmigte Stromanschlüsse können nach Einschätzung von Analysten zum Vorteil werden, wenn neue Vorhaben strengeren Auflagen begegnen.

Damit ergibt sich kein einheitliches Bild eines politisch blockierten Ausbaus. Für Applied Digital stehen ein günstiges lokales Votum und offene Voraussetzungen in Texas nebeneinander. Entscheidend ist, welche Projekte ihre Genehmigungen, Stromversorgung und verbindlichen Mietverträge tatsächlich sichern.

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