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Apollo Tyres Aktie: Gewinn klettert auf 348,87 Crore INR

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apollo Tyres vervielfacht Gewinn, schließt Werk in den Niederlanden und ernennt neuen Finanzvorstand. Die Aktie legt zu.

Apollo Tyres: Gewinnsprung und Europa-Umbau treiben Aktie an
Reifenstapel in einer modernen Produktionshalle eines Reifenherstellers. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der indische Reifenhersteller Apollo Tyres durchläuft derzeit eine Phase des tiefgreifenden Wandels, die von einer massiven Gewinnsteigerung und einer weitreichenden operativen Umstrukturierung in Europa geprägt ist.

Während das Unternehmen am vergangenen Freitag im Handel einen Kurszuwachs von 2,4 % auf 439,70 INR verzeichnete, verdeutlichen die jüngsten Geschäftszahlen und personellen Veränderungen den strategischen Kurs für die kommenden Jahre. Trotz der Herausforderungen auf dem europäischen Markt gelang es dem Konzern, sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervielfachen.

Massive Gewinnsteigerung im ersten Quartal

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. Juni endete, konnte Apollo Tyres einen sprunghaften Anstieg des konsolidierten Nettogewinns vermelden. Dieser kletterte nach Unternehmensangaben auf 348,87 Crore INR, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich 12,88 Crore INR erwirtschaftet worden waren. Parallel dazu stiegen die Umsatzerlöse aus der operativen Geschäftstätigkeit um 12,8 % auf insgesamt 7.397,79 Crore INR.

Dieser finanzielle Aufschwung bildet das Fundament für einen personellen Umbruch an der Spitze des Unternehmens. Bereits am 7. August wurde das Ausscheiden von Finanzvorstand Gaurav Kumar bekannt, der nach zwei Jahrzehnten im Unternehmen seinen Rücktritt erklärte.

Um Kontinuität zu gewährleisten, hat Kumar zugesagt, über die Kündigungsfrist hinaus zur Verfügung zu stehen, falls dies erforderlich sein sollte. Zeitgleich wurde Rajeev Kumar Sinha mit Wirkung vom 13. August zum neuen Whole-time Director ernannt.

Sinha, der zuvor als Chief Manufacturing & Sustainability Officer tätig war, verfügt über mehr als 36 Jahre Branchenerfahrung und übernimmt das Amt für eine fünfjährige Laufzeit.

Strategische Neuausrichtung nach Werksschließung

Ein wesentlicher Teil der aktuellen Transformation betrifft die europäischen Produktionskapazitäten. Medienberichten zufolge wurde die Einstellung der Reifenproduktion am niederländischen Standort Enschede Ende Juni abgeschlossen.

Grund für diesen Schritt waren die hohen Energie- und Arbeitskosten sowie eine schwache Nachfrage und der Preisdruck durch Billigkonkurrenten. Die Schließung erforderte die Zustimmung des Betriebsrats und des Aufsichtsrats der niederländischen Tochtergesellschaft Apollo Tyres NL BV.

Um die Versorgung des europäischen Marktes mit hochwertigen Landwirtschaftsreifen sicherzustellen, setzt das Unternehmen künftig auf externe Partner. Teile dieses Sortiments werden nun von spezialisierten Herstellern bezogen. Gleichzeitig wurde die Produktion der Spacemaster-Ersatzreifen in das Werk nach Baroda in Indien verlagert. Die erforderlichen Genehmigungen der Erstausrüster (OEM) für diesen Standortwechsel liegen bereits vor.

Analysteneinstufung und Marktlage

Die Neuausrichtung und die jüngsten Zahlen spiegeln sich auch in den Bewertungen der Finanzhäuser wider. Das Analysehaus Motilal Oswal passte sein Kursziel für das Papier am 8. August an und taxierte es neu auf 528 INR, nachdem zuvor ein höheres Niveau vorgesehen war.

Mit dem aktuellen Kursstand von 439,70 INR notiert das Papier derzeit etwa 1,6 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Dies verdeutlicht eine Stabilisierung im kurzfristigen Trend, nachdem das Unternehmen seit Jahresbeginn einen Kursrückgang von 12 % hinnehmen musste.

Anleger beobachten nun genau, wie effizient die Verlagerung der Produktion nach Indien die Kostenstruktur in den kommenden Quartalen beeinflussen wird.

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