Antofagasta Aktie: 8,1-Prozent-Sprung auf 45,38 Euro
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 10:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chilenische Kupferproduzent Antofagasta verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Kurssprung an den Märkten. Die Aktie klettert um 8,1 % und notiert damit bei 45,38 €.
Dieser Aufschwung folgt auf eine Phase der Unsicherheit, in der schwere Unwetter im Norden Chiles die Förderziele des Bergbaukonzerns belastet hatten. Anleger reagieren nun offenbar erleichtert auf die Robustheit der Finanzzahlen und die langfristigen Ausbaupläne des Unternehmens.
Starke Finanzzahlen stützen den Aufwärtstrend
Trotz der operativen Herausforderungen im ersten Halbjahr präsentierte Antofagasta eine starke Bilanz für die ersten sechs Monate des Jahres. Das Unternehmen steigerte sein EBITDA um 27 % auf 2,84 Milliarden US-Dollar.
Noch deutlicher fiel das Plus beim operativen Cashflow aus, der um 53 % auf 2,77 Milliarden US-Dollar anstieg. Diese finanzielle Stabilität bildet das Rückgrat für die aktuelle Kursentwicklung, die das Papier seit Jahresbeginn bereits um 19 % nach oben getrieben hat.
Ein wesentlicher Faktor für die Ergebnisverbesserung war die strikte Kostenkontrolle. Die Netto-Cash-Kosten sanken im ersten Halbjahr um 8 % auf 1,22 US-Dollar pro Pfund Kupfer. Parallel dazu treibt der Konzern strategische Investitionen voran. So wurde eine Investition für die Wasserversorgung in der Zaldívar-Mine genehmigt, welche die Lebensdauer des Standorts bis in das Jahr 2051 verlängern soll.
Wetterkapriolen bremsen Kupferförderung in Chile
Die Produktion von Antofagasta Minerals lag im ersten Halbjahr bei 285.000 Tonnen Kupfer, was einem Rückgang von 9,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Rückgang ist primär auf geringere Fördermengen in den Minen Los Pelambres und Centinela zurückzuführen.
Besonders die Wetterbedingungen am 13. und 14. August führten zu Unterbrechungen. Schwere Stürme beschädigten die Infrastruktur, was nun eine Anpassung der Jahresprognose zur Folge hat.
Medienberichten zufolge senkte das Unternehmen sein Produktionsziel für das Gesamtjahr 2026 von ursprünglich 650.000 bis 700.000 Tonnen auf eine neue Spanne von 625.000 bis 655.000 Tonnen. Die Citigroup reagierte auf diese Entwicklung, indem sie ihre eigene Prognose für Antofagasta auf 634.000 Tonnen Kupfer anpasste.
Dennoch halten die Experten der Bank an ihrer Kaufempfehlung fest. Sie verweisen darauf, dass die Cashflows in den kommenden zwei Jahren trotz der kurzfristigen Delle stabil bleiben dürften.
Analysten sehen massives Potenzial beim Kupferpreis
Das Vertrauen der Investoren wird zusätzlich durch optimistische Marktprognosen für den Kupfersektor gestärkt. Die Bank of America (BofA) bezeichnet Kupfer als das neue "Zentrum der Gravitation" im Bergbau.
Angesichts drohender Defizite in den Jahren 2026 und 2027 prognostizieren die Experten der BofA einen Preisanstieg auf bis zu 15.251 US-Dollar pro Tonne. In diesem Umfeld gilt Antofagasta aufgrund seiner klaren Ausrichtung auf Kupfer als einer der Hauptprofiteure.
Langfristig orientierte Anleger blicken zudem auf das Jahr 2027, in dem die Expansion des Centinela-Projekts starten soll. Laut Einschätzung der Citigroup könnte die Kupferproduktion des Konzerns bis zum Jahr 2029 durch dieses Vorhaben um rund 27 % im Vergleich zum aktuellen Niveau steigen.
Während chilenische Behördenvertreter die Bergbaustandorte im Norden besuchten, um sich ein Bild der Lage nach den Unwettern zu machen, konzentriert sich der Markt bereits auf die steigende weltweite Nachfrage, die insbesondere durch China und den Bereich der Künstlichen Intelligenz getrieben wird.
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