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Anthropic Aktie: Trump kontert Amodei

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 14:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic gerät zwischen Sicherheitsforderungen und Trumps Widerstand gegen KI-Regeln unter Druck und prüft zugleich neue Finanzfunktionen für Claude.

Anthropic unter Druck: Trump weist Amodeis KI-Regulierung zurück
Abstrakte Darstellung eines Rechenzentrums mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für künstliche Intelligenz. Illustration mit AI erstellt.

Kaum hatte Anthropic-Chef Dario Amodei am Wochenende zur Vorsicht gemahnt, holte Donald Trump zum Gegenschlag aus. Der US-Präsident füllte seine Social-Media-Kanäle mit Spott über die Regulierungsforderungen der KI-Branche — und traf damit den Kern eines Konflikts, der Anthropic gerade in eine unbequeme Position drängt.

Ein Aufruf zur Bremse, eine Antwort mit Häme

Amodei hatte in einem Essay dafür plädiert, das Entwicklungstempo bei fortgeschrittener KI zu drosseln. Anlass waren die Rücktritte der Sicherheitsforscher Jacob Coxon und Joe Benton, die firmenintern geäußerte Sorgen vor unkontrollierbaren KI-Systemen als Grund nannten.

Amodei schlug vor, unabhängige Prüfer wie die Non-Profit-Organisation METR mit "mitarbeiterähnlichem Zugang" auszustatten, um Modelle vor der Veröffentlichung auf Risiken zu testen — ohne dabei den "kommerziellen Vorteil" zu opfern.

Sam Altman von OpenAI und Elon Musk stimmten öffentlich zu, ebenso Microsoft-Chef Satya Nadella und Google-DeepMind-Chairman Demis Hassabis. Trump sah darin allerdings keine verantwortungsvolle Selbstkontrolle, sondern eine Bedrohung für den US-Vorsprung gegenüber China. "Concerning AI, when, in the History of Business, did anyone see the Leaders of an Industry call for Regulation that, if strongly implemented, will drive them into oblivion and bankruptcy?", schrieb er auf Truth Social.

Zwischen Sicherheitsanspruch und politischem Druck

Für Anthropic ist das keine neue Erfahrung. Das Unternehmen wurde bereits vom US-Verteidigungsministerium auf eine schwarze Liste gesetzt und musste im Juni auf behördliche Anordnung den Zugang zu zwei Modellen sperren, um Exportkontrollen einzuhalten.

Trumps früherer KI-Berater David Sacks wirft Anthropic zudem wiederholt "regulatorische Vereinnahmung" vor und fordert, die Unternehmen sollten sich selbst kontrollieren statt den Staat einzuschalten.

Beobachter wie die Georgetown-Forscherin Jessica Ji sehen darin ein Muster: Die Regierung könnte versuchen, Unternehmen, die sich gegen ihren Kurs stellen, gezielt unter Druck zu setzen. Kritiker wie die AI-Now-Institute-Co-Direktorin Amba Kak halten Amodeis Vorschlag ohnehin für unzureichend — nötig sei durchsetzbare staatliche Regulierung statt freiwilliger Prüfprogramme.

Parallel zur politischen Debatte arbeitet Anthropic an neuen Produktfeldern. In der iOS-App von Claude ist ein "Money"-Bereich aufgetaucht, der auf einen künftigen direkten Zugriff auf Bankkonten der Nutzer hindeuten könnte.

Details zum Funktionsumfang sind bislang nicht bekannt, das Feature würde Claude aber als ernsthaften Konkurrenten im Bereich digitaler Finanzberatung positionieren — einem Feld, in dem sich Nutzer zunehmend auf Chatbots statt klassische Berater verlassen.

Wie sich der Konflikt zwischen Amodeis Sicherheitskurs und der ablehnenden Haltung des Weißen Hauses auf Anthropics Wachstumspläne auswirkt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen — insbesondere dann, wenn die Trump-Regierung tatsächlich weitere Maßnahmen gegen einzelne Modelle oder Marktzugänge ergreift.

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