Anthropic Aktie: Schließt Cloud-Vertrag mit Akamai
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 05:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das KI-Unternehmen Anthropic baut seine technische Infrastruktur massiv aus. Wie Reuters am Donnerstag berichtete, schloss das Unternehmen einen Vertrag über Cloud-Dienstleistungen mit Akamai im Volumen von 11,6 Milliarden $ ab. Die Vereinbarung beinhaltet zudem einen Optionsschein, der Anthropic in Abhängigkeit von erweiterten Verpflichtungen einen Anteil von bis zu 5 Prozent an Akamai einräumen könnte.
Die Transaktion sichert Anthropic dringend benötigte Rechenkapazitäten für den Betrieb und das Training komplexer KI-Modelle. Für Anleger zeigt der Schritt, welche immensen Summen das Unternehmen in die operative Basis investiert, während zugleich finanzielle Verflechtungen mit etablierten Cloud- und Netzwerkanbietern entstehen.
Regulatorischer Gegenwind aus Washington
Neben dem Ausbau der Rechenkapazitäten sieht sich das Unternehmen mit verschärften Vorgaben konfrontiert. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Weiße Haus sowohl OpenAI als auch Anthropic aufgefordert hat, neue Modelle vorerst nicht für britische Tester freizugeben. Hintergrund ist eine ausstehende Prüfung durch US-Behörden.
Die Intervention verdeutlicht, wie engmaschig Regierungen die Weitergabe fortschrittlicher Modellgenerationen inzwischen kontrollieren. Für die internationale Rollout-Strategie von Anthropic bedeutet dies potenzielle Verzögerungen bei der Erprobung neuer Systeme außerhalb der Vereinigten Staaten.
Globale Kapazitäten und neue Partnerschaften
Der Vertrag mit Akamai fügt sich in eine Reihe weitreichender Infrastruktur- und Kooperationsentscheidungen ein. Am 16. September vereinbarte Anthropic seinen ersten Mietvertrag für ein Rechenzentrum in Australien. Die Vereinbarung umfasst einen geplanten Campus mit einer Leistung von 2,16 Gigawatt in der Nähe von Brisbane, der ab dem Jahr 2027 schrittweise ans Netz gehen soll.
Parallel dazu vertieft das Unternehmen die Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern. Am 18. September vereinbarten Anthropic und Accenture eine fünfjährige Partnerschaft zur unabhängigen Evaluierung hochmoderner KI-Modelle. Beide Parteien sagten dafür jeweils mindestens 1 Milliarde $ an Mitteln zu.
Auf der Produktseite hatte Anthropic am 22. September das Modell Claude Opus 5.5 vorgestellt. Nach Unternehmensangaben verursacht das Modell 40 Prozent geringere Betriebskosten als Opus 5 und ist auf Plattformen wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar.
Laut Reuters liegt der Preis bei 4 $ pro Million Eingabe-Token und 20 $ pro Million Ausgabe-Token. Die jüngsten Schritte unterstreichen die Strategie, durch eigene Rechenressourcen, strategische Cloud-Verträge und globale Partnerschaften die technologische Leistungsfähigkeit bei kontrollierten Betriebskosten voranzutreiben.
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