Anthropic Aktie: Citigroup komplettiert IPO-Bankenkonsortium
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anthropic baut sein Bankenkonsortium für den geplanten Börsengang weiter aus. Nach Informationen von Bloomberg soll Citigroup zum bestehenden Team aus Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan hinzustoßen. Eine offizielle Einreichung der Börsenunterlagen könnte demnach bereits Ende August erfolgen. Damit rückt einer der am stärksten erwarteten Tech-Börsengänge des Jahres in greifbare Nähe.
Citigroup ist dem KI-Unternehmen kein Unbekannter: Das Institut gehörte bereits zu jener Bankengruppe, die Anthropic eine Kreditlinie über 2,5 Milliarden US-Dollar gewährte. Diese Fazilität soll laut Berichten auf über 10 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden – ein deutliches Signal dafür, wie viel frisches Kapital das Unternehmen im Vorfeld des Börsengangs mobilisiert.
Zusätzlich unterhält Anthropic langfristige Verträge wie einen 9-Milliarden-Dollar-Deal mit Riot Platforms über zwei Jahrzehnte sowie eine 200-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Google aus dem Mai.
Bewertung nähert sich der Zwei-Billionen-Marke
Im Mai hatte Anthropic seine Serie-H-Finanzierung über 65 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, was das Unternehmen auf eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar hob – mehr als der Rivale OpenAI mit damals 852 Milliarden US-Dollar.
Investoren, die dem Unternehmen nahestehen, rechnen laut Financial Times mittlerweile mit einer Bewertung von über 2 Billionen US-Dollar zum geplanten Börsengang im Herbst. CFO Krishna Rao habe sich in Investorengesprächen laut CNBC bislang jedoch nicht konkret zu einer Bewertung geäußert.
Treiber dieser Erwartung ist ein Geschäft, das ungewöhnlich schnell wächst. Der Quartalsumsatz lag zuletzt bei mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit nur 787 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Die annualisierte Umsatzrate erreichte bis Ende Juli rund 65 Milliarden US-Dollar. Zugleich soll Anthropic im operativen Geschäft bereits profitabel sein – ein Kontrast zum Konkurrenten OpenAI, der im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 12,3 Milliarden US-Dollar auswies.
Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete Anthropic dennoch einen Nettoverlust von rund 42 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als die 8,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahr – ein Hinweis darauf, wie kapitalintensiv der Ausbau der Infrastruktur bleibt.
Wettlauf um den IPO-Rekord
Anthropic hat nach Berichten mehrerer Medien bereits vertraulich eine S-1-Erklärung bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Ziel sei es, den bisherigen Rekord für Börsengänge zu erreichen oder zu übertreffen, den SpaceX mit rund 86,2 Milliarden US-Dollar inklusive Mehrzuteilungsoption aufgestellt hat.
Ein Listing an der Nasdaq wird für Oktober für möglich gehalten. Berichten zufolge erwägt das Unternehmen zudem eine Dual-Class-Aktienstruktur mit Super-Voting-Rechten für Mitgründer und CEO Dario Amodei, der rund zwei Prozent der Anteile hält.
Für Anleger wird die Personalie Citigroup damit zum weiteren Baustein eines IPO-Puzzles, das sich in den kommenden Wochen zusammenfügen dürfte. Mit OpenAI, das laut Berichten ebenfalls vertraulich einen Börsengang beantragt hat, und SpaceX zeichnet sich für den Herbst eine Häufung milliardenschwerer Tech-Listings ab – Anthropic will darin die Spitzenposition beanspruchen.
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