Anthropic, Aktie

Anthropic Aktie: 80 Milliarden Infrastruktur-Deals gesichert

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic stärkt seine US-Beziehungen, plant mehr Rechenleistung und senkt zugleich die Unternehmenskosten für den Zugriff auf Cache-Speicher.

Anthropic baut US-Geschäft aus und wird Broadcoms Top-Kunde
Moderne Rechenzentrumsinfrastruktur mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für großflächige KI-Investitionen. Illustration mit AI erstellt.

Das KI-Unternehmen Anthropic festigt seine Position als einer der dominierenden Akteure im Sektor für Künstliche Intelligenz. Neben einer bedeutenden politischen Wende in den USA, die den Weg für künftiges Wachstum ebnet, zeichnet sich eine massive Ausweitung der Hardware-Kapazitäten ab.

Laut Broadcom-CEO Hock Tan ist Anthropic auf dem besten Weg, im kommenden Jahr zum größten Abnehmer von spezialisierten KI-Beschleunigern (XPUs) des Halbleiterkonzerns aufzusteigen und diesen Status bis 2028 zu halten.

Rückkehr in den inneren Zirkel der US-Regierung

Nach einer Phase der Unsicherheit hat sich das Verhältnis zwischen Anthropic und der US-Regierung grundlegend stabilisiert. US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte gestern, dass das Unternehmen "wieder auf der richtigen Seite" stehe und man ihm volles Vertrauen entgegenbringe. Dies folgt auf eine Phase, in der Exportbeschränkungen und ein Streit mit dem Pentagon die Geschäftstätigkeit belasteten.

Eine Bundesrichterin hatte erst am 28. August eine Sperre durch das Verteidigungsministerium für illegal erklärt, die den Einsatz der Claude-Modelle im öffentlichen Sektor eingeschränkt hatte.

CFO Krishna Rao wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Fortdauer dieser Einschränkungen den Umsatz für 2026 um Milliardenbeträge hätte kürzen können. Aktuell wird die Umsatzrunrate für August auf 65 Milliarden US-Dollar taxiert, was die enorme Skalierungsgeschwindigkeit verdeutlicht. Im öffentlichen Sektor stehen für das laufende Jahr Einnahmen von über 500 Millionen US-Dollar in der Prognose.

Hardware-Offensive: Anthropic wird Broadcoms Top-Kunde

Die technologische Basis für dieses Wachstum erfordert massive Investitionen in die Infrastruktur. Broadcom meldete im Zuge seiner jüngsten Quartalszahlen, dass Anthropic seine Kapazitäten bei spezialisierten Chips drastisch ausbaut.

Geplant ist eine Steigerung auf eine Rechenleistung von 5 Gigawatt (GW) bis 2027, mit dem Potenzial für eine Verdopplung auf 10 GW im Jahr 2028. Das Unternehmen hat bereits Aufträge für TPU-Chips (Tensor Processing Units) der Generation "Ironwood" im Wert von insgesamt 21 Milliarden US-Dollar platziert.

Parallel dazu sichert sich Anthropic enorme Cloud-Kapazitäten durch milliardenschwere Leasing-Verträge. Ein gestern bestätigter Deal mit dem Anbieter Lambda umfasst ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar für ein Rechenzentrum in Texas.

Bereits in der vergangenen Woche wurde ein Vertrag über 45 Milliarden US-Dollar mit Nscale für Kapazitäten in West Virginia geschlossen. Diese Infrastrukturprojekte sind notwendig, um die steigende Nachfrage der Unternehmenskunden zu bedienen und die Rechenleistung für künftige Modellgenerationen bereitzustellen.

Neue Modelle und personelle Verstärkung

Auf der Produktseite hat Anthropic am Dienstag mit der Veröffentlichung der Modelle Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 nachgelegt. Die neuen Versionen zeichnen sich durch eine verbesserte Sicherheit und eine drastische Reduktion von Fehlgriffen bei sensiblen Themen wie Cybersicherheit aus.

Zudem wurde die Preisstruktur für Unternehmenskunden angepasst: Die Kosten für das Auslesen von Cache-Speichern wurden um 75 Prozent auf 0,25 US-Dollar pro Million Token gesenkt.

Um die globale Expansion voranzutreiben, verstärkt sich das Management mit Matt Clifford. Der ehemalige KI-Berater der britischen Regierung übernimmt die Position des Managing Director für internationale Angelegenheiten.

Clifford soll die Beziehungen in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum koordinieren. Diese Personalie unterstreicht den Anspruch, nach der Konsolidierung im US-Heimatmarkt nun verstärkt global zu agieren und die regulatorischen Rahmenbedingungen weltweit aktiv mitzugestalten.

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