Andritz Aktie: Mactaquac-Auftrag über 666 Megawatt
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 04:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der steirische Anlagenbauer Andritz reagiert auf die weltweit steigende Nachfrage nach Technologien für erneuerbare Energien mit einer deutlichen Ausweitung seiner Produktionskapazitäten. Neben der Wiedereröffnung eines traditionsreichen Standorts in Oberösterreich meldete der Konzern innerhalb weniger Tage mehrere umfangreiche Aufträge aus Nordamerika und Asien, die die Auftragsbücher in verschiedenen Geschäftsbereichen füllen.
Rückkehr zur Fertigung von Turbogeneratoren in Oberösterreich
Ein zentraler Baustein der aktuellen Expansionsstrategie ist die Wiederinbetriebnahme des Produktionsstandorts in Linz. Wie die Krone berichtet, wird das Werk für die Fertigung von Turbogeneratoren reaktiviert, nachdem die Produktion dort zehn Jahre lang stillgestanden hatte. Mit diesem Schritt reagiert das Management auf den hohen Bedarf an Komponenten für die Energiewende.
Durch die Wiedereröffnung sollen am Standort Linz rund 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Entscheidung unterstreicht den Fokus des Unternehmens auf den Sektor der erneuerbaren Energien, der sich zunehmend als stabiler Wachstumstreiber erweist. Die Anlage in Linz wird künftig eine Schlüsselrolle bei der Belieferung internationaler Energieprojekte einnehmen.
Ausbau des Wasserkraft-Geschäfts in Nordamerika
Parallel zur Kapazitätserweiterung in Österreich festigt Andritz seine Position auf dem nordamerikanischen Markt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde gestern ein Vertrag mit dem kanadischen Energieversorger New Brunswick Power unterzeichnet. Dieser umfasst die nächste Planungsphase für die Modernisierung des Wasserkraftwerks Mactaquac, das über eine Leistung von 666 Megawatt verfügt.
Der Engineering-Auftrag beinhaltet unter anderem die Planung von Kaplanlaufrädern sowie weiteren Turbinenkomponenten. Andritz wird diesen Auftrag bereits im dritten Quartal 2026 verbuchen. Solche Modernisierungsprojekte sind für den Konzern von hoher Bedeutung, da sie langfristige Servicebeziehungen sichern und die Effizienz bestehender Infrastrukturen durch moderne Prozesstechnologien steigern.
Wachstumsimpulse aus Asien im Stahl- und Papiersektor
Auch in Asien konnte der Konzern in der laufenden Woche bedeutende Erfolge erzielen. Am Dienstag wurde bekannt, dass JSW Steel aus Indien Andritz mit der Lieferung einer kontinuierlichen Verzinkungsanlage beauftragt hat.
Die Anlage im Stahlwerk Toranagallu ist für die Produktion von hochfesten Automobilstählen konzipiert und weist eine Jahreskapazität von rund 500.000 Tonnen auf. Die Inbetriebnahme dieses Projekts ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Medienberichten zufolge folgten am Mittwoch weitere Aufträge aus China. Das Unternehmen Nanning Sun Paper bestellte Prozesstechnologien für eine dritte Zellstofflinie sowie Systeme für eine Papiermaschine.
Das Volumen dieses Auftrags liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Ergänzt wird die positive Entwicklung in der Region durch die erfolgreiche Inbetriebnahme eines Stoffaufbereitungssystems in Vietnam für den Kunden Xuong Giang Paper, die Mitte August abgeschlossen wurde.
Trotz der dynamischen Nachrichtenlage und der vollen Auftragsbücher schloss die Aktie am gestrigen Donnerstag mit einem leichten Abschlag von 0,6 Prozent bei 82,50 Euro. Dennoch zeigt der langfristige Trend für den Anlagenbauer nach oben: Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 24 Prozent zulegen und notiert damit aktuell nur rund 2,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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