Andersons, Aktie

Andersons Aktie: Ethanol-Zukauf für 915 Millionen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern meldet für das dritte Quartal 46 Millionen Dollar Nettogewinn und finanziert den geplanten Zukauf vollständig mit Schulden.
Moderne Bioreffinerie bei Sonnenuntergang als Symbol für Investitionen in erneuerbare Energien. Illustration mit AI erstellt.

Andersons legt am selben Tag Rekordzahlen und einen Milliardendeal vor. Der Agrar- und Biokraftstoffkonzern kauft Harvestone Low Carbon Partners vom Finanzinvestor Energy Capital Partners. Der Kaufpreis beträgt 915 Millionen Dollar, die Vereinbarung ist bindend.

Was Andersons kauft

Harvestone betreibt drei Ethanolanlagen: zwei in North Dakota, eine in Indiana. Zusammen produzieren sie rund 215 Millionen Gallonen pro Jahr. Die Renewables-Sparte wächst damit um mehr als 40 Prozent, die gesamte Ethanolkapazität steigt auf etwa 730 Millionen Gallonen.

Der Reiz liegt in der CO2-Abscheidung. Die Anlagen speichern Kohlendioxid bereits im Betrieb dauerhaft unter der Erde. Andersons zählt damit nach eigener Darstellung zu den wenigen US-Produzenten mit nachgewiesener Class-VI-Injektionskapazität. Kohlenstoffärmeres Ethanol erzielt zudem Preisaufschläge.

Etwa die Hälfte des Kaufpreises entfällt auf erwartete Cashflows aus den Steuergutschriften 45Z und 45Q. Der Rest bezahlt das Basisgeschäft und weitere Projekte. Andersons erwartet sofort positive Effekte auf Ergebnis je Aktie und Cashflow.

Finanzierung auf Pump

Das Unternehmen finanziert den Kauf komplett mit Schulden. Rund 300 Millionen Dollar kommen aus der bestehenden Kreditlinie, weitere 615 Millionen Dollar aus neuen langfristigen Verbindlichkeiten. Zugesagt haben U.S. Bank und Farm Credit Mid-America.

Die Verschuldung soll dennoch unter dem selbst gesetzten Zielwert bleiben: Das Verhältnis von langfristigen Schulden zum EBITDA soll unter dem 2,5-Fachen liegen. Das Closing ist für das vierte Quartal 2026 oder das frühe erste Quartal 2027 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Rekordquartal als Rückenwind

Die Zahlen für das dritte Quartal liefern die Grundlage. Der Nettogewinn stieg auf 46 Millionen Dollar oder 1,36 Dollar je Aktie, nach 0,59 Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 101 Millionen Dollar.

Treiber war die Renewables-Sparte mit einem Vorsteuerergebnis von 63 Millionen Dollar, darunter 27 Millionen Dollar an 45Z-Steuergutschriften. Effiziente Anlagen und höhere Preise für Nebenprodukte halfen. Agribusiness verbesserte sich auf 5 Millionen Dollar Vorsteuerergebnis, getrieben von schwankenden Rohstoffmärkten.

Ein Schönheitsfehler: Der operative Cashflow war im Quartal mit minus 124 Millionen Dollar negativ, vor allem wegen höherer Vorräte und Derivatepositionen. Vor Veränderungen des Working Capital lag er bei 83 Millionen Dollar. Zudem steigt die kurzfristige Verschuldung bereits.

Konzernchef Bill Krueger sprach davon, man prüfe seit Jahren Ethanolzukäufe, Harvestone sei "genau das, wonach wir gesucht haben". Ein Teil der 45Z-Gutschriften für 2026 ist laut Finanzchef bereits verkauft, der Großteil des Geldes soll noch dieses Jahr fließen. Parallel läuft die Erweiterung in Clymers, Indiana: Sie bringt Mitte 2027 weitere 30 Millionen Gallonen.

Anzeige

Andersons-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Andersons-Analyse vom 4. November liefert die Antwort:

Die neusten Andersons-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Andersons-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Andersons: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...
de | US0341641035 | ANDERSONS | boerse | 70455979 |