Ams Osram Aktie: Cashflow bricht auf minus 119 Millionen
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 09:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ams Osram hat im zweiten Quartal mehr umgesetzt als erwartet, doch der Blick auf den Cashflow trübt die Freude. Das Unternehmen meldete am Dienstag vergangener Woche einen Umsatz von 805 Millionen Euro, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal mit 775 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die eigene Prognose. Das bereinigte EBITDA fiel mit 136 Millionen Euro jedoch niedriger aus als im Vorjahr mit 145 Millionen Euro, die Marge sank von 18,8 auf 16,9 Prozent.
Cashflow bricht deutlich ein
Der freie Cashflow rutschte im zweiten Quartal auf minus 119 Millionen Euro, nach minus 14 Millionen Euro im Vorjahresquartal und einem positiven Wert von 37 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. Die Analysten von ZKB und Vontobel bewerteten diesen Rückgang als deutlich schwächer als erwartet.
Für das dritte Quartal rechnet ams Osram mit einem Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 14,5 bis 17,5 Prozent. Die Jahresprognose 2026 bestätigte der Konzern im Wesentlichen, verwies aber auf einen leichten Umsatzrückgang durch Veräußerungen und die Dollarschwäche.
Parallel zu den Zahlen gab ams Osram bekannt, ab dem 1. Juli 2026 dedizierte Digital-Photonics-Geschäftsbereiche zu gründen, um die Innovationspipeline zu beschleunigen. Zudem plant der Konzern ein Rückkaufangebot über 120 bis 150 Millionen Euro für Wandelanleihen aus 2027 und Senior Notes aus 2029, das innerhalb von 120 Tagen nach dem Abschluss des Infineon-Verkaufs umgesetzt werden soll.
Dieser Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts brachte ams Osram bereits Anfang Juli rund 570 Millionen Euro ein, die Nettoverschuldung lag zum 30. Juni 2026 bei 1,288 Milliarden Euro.
Analysten sehen Potenzial im Kerngeschäft
Am Tag der Quartalszahlen äußerten sich mehrere Häuser zu den Ergebnissen. Die Analysten von Jefferies hoben die Fortschritte bei Digital Photonics hervor und sahen Milliardenpotenzial in den Bereichen AR-Smartbrillen und KI-Rechenzentren – sie bezeichneten ams Osram als günstigste Aktie im globalen Halbleitersektor mit erheblichem Kurspotenzial.
Die ZKB bewertete das Kerngeschäft als sehr positiv, mit einem Wachstum von 13 Prozent, und sah den Konzern weiterhin auf gutem Weg. UBS wertete das Zahlenwerk als solide und rechnet mit steigenden Gewinnschätzungen für 2026.
An der Börse zeigt sich die Aktie trotz der gemischten Signale robust. Der Kurs schloss am Freitag bei 20,30 Euro, nach einem Tagesminus von 1,0 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 6,0 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 141 Prozent verteuert.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro, erreicht Ende Mai, notiert die Aktie derzeit 24 Prozent entfernt – ein Abstand, der angesichts der hohen Volatilität von 88 Prozent auf 30-Tage-Basis wenig überraschend erscheint.
Die Kombination aus starkem Umsatzwachstum, schwachem Cashflow und strategischen Weichenstellungen bei Digital Photonics macht ams Osram zu einem Sonderfall im Halbleitersektor: Die operative Substanz überzeugt Analysten, während die Finanzkennzahlen kurzfristig belasten.
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