Amrize Aktie: Bank of America senkt Ziel auf 32 CHF
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 04:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Baustoffkonzern Amrize sieht sich mit einer deutlichen Verschlechterung der Analysteneinschätzungen konfrontiert. Nachdem das Unternehmen bereits gestern im Marktumfeld unter Druck geraten war, belastet nun eine Herabstufung durch die Bank of America das Sentiment. Die Experten der US-Großbank blicken skeptisch auf die kommenden Geschäftsjahre und warnen vor einer sichtbaren Verlangsamung der Wachstumsdynamik.
Bank of America stuft Baustoffriesen herab
Die Analysten der Bank of America haben die Bewertung für Amrize gestern von einer neutralen Einschätzung auf „Underperform“ gesenkt. Parallel dazu wurde das Kursziel massiv korrigiert: In den USA sank der faire Wert von 50 auf 40 US-Dollar, während das Ziel für die Schweizer Notierung von 40 auf 32 CHF angepasst wurde. Als Hauptgrund für diesen Schritt nennen die Experten einen eingetrübten Ausblick für den Zeitraum von 2026 bis 2028.
Demnach prognostiziert die Bank of America für die kommenden Jahre lediglich ein jährliches Wachstum des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (EBITDA) von rund 3 Prozent. Beim Gewinn je Aktie (EPS) wird ein Zuwachs von etwa 6 Prozent erwartet.
Diese Schätzungen liegen deutlich unter den bisherigen Markterwartungen: Die Prognosen der Bank für das EBITDA rangieren 6 Prozent unter dem Konsens, während sie beim Gewinn je Aktie sogar 10 Prozent unter den allgemeinen Schätzungen der Analystenzunft bleiben. Das Papier beendete den gestrigen Mittwoch bei 37,05 € und notiert damit etwa 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Belastungsfaktoren in Nordamerika und verfehlte Ziele
Zusätzliche Skepsis rührt von der operativen Entwicklung im zweiten Quartal her. Amrize meldete einen Gewinn je Aktie von 0,88 US-Dollar und verfehlte damit die Konsensschätzung der Analysten, die bei 0,92 US-Dollar gelegen hatte. Diese Zielverfehlung wird durch schwierige Rahmenbedingungen in den Kernmärkten flankiert.
Laut dem Bericht der Bank of America stagnieren die Zementpreise in den USA, während der kanadische Markt erste Anzeichen einer Schwäche zeigt. Zudem sorge eine bislang ruhige Hurrikansaison für eine geringere Nachfrage nach Wiederaufbaumaterialien, was die kurzfristigen Absatzchancen schmälere.
Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert die Bank of America nun mit einem Gewinn je Aktie von 2,65 US-Dollar. In den Folgejahren soll dieser auf 2,80 US-Dollar (2027) und schließlich auf 3,00 US-Dollar im Jahr 2028 steigen.
Auf Basis dieser Daten wird das Unternehmen für das Jahr 2027 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 bewertet. Die Skepsis am Markt ist jedoch spürbar, da der Kurs mit 35,70 € nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief notiert.
Strategische Neuordnung in unruhigem Fahrwasser
Die jüngste Herabstufung ist nicht die erste kritische Stimme aus den Analysehäusern. Bereits vor gut drei Wochen hatte RBC die Aktie auf „Underperform“ herabgestuft und das Kursziel auf 48 US-Dollar gesenkt.
Inmitten dieser Phase des Umbruchs versucht das Unternehmen, durch personelle Veränderungen neue Impulse zu setzen. Sam Poletti hat in der vergangenen Woche die Position des Finanzvorstands (CFO) übernommen und damit die Nachfolge von Baris Oran angetreten.
Trotz der operativen Herausforderungen und des Kursdrucks gab es zuletzt Signale aus dem inneren Zirkel des Unternehmens: Innerhalb der letzten 90 Tage erwarben Insider knapp 19.000 Aktien im Gesamtwert von rund 884.535 US-Dollar.
Ob diese Zukäufe ausreichen, um das Vertrauen der Anleger nach dem verfehlten Quartalsziel und dem skeptischen Ausblick der Bank of America zurückzugewinnen, bleibt fraglich. Der Markt fokussiert sich vorerst auf die schwächeren Margenprognosen und den Gegenwind aus dem nordamerikanischen Bausektor.
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