Amgen Aktie: Erfolg bei Sjögren-Studie
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amgen hat einen Achtungserfolg in einem bislang unbehandelbaren Therapiefeld erzielt. Die Phase-3-Studie OASIZ 301 zu dem Wirkstoff Dazodalibep bei Sjögren-Syndrom hat ihren primären Endpunkt erreicht — und das mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Kurssprung von vier Prozent.
Für Sjögren-Patienten ist das Ergebnis potenziell bedeutsam: Bislang gibt es keine von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene systemische Therapie gegen die Autoimmunerkrankung, die Trockenheit, chronische Erschöpfung und Organbeteiligungen verursachen kann.
In der Studie mit rund 621 Teilnehmern zeigten sich Verbesserungen der Krankheitsaktivität bereits nach vier Wochen und hielten bis Woche 48 an, gemessen am ESSDAI-Index, einem etablierten klinischen Maßstab für systemische Krankheitsaktivität.
Verträglichkeit im erwarteten Rahmen
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mindestens fünf Prozent der Patienten auftraten und häufiger als unter Placebo registriert wurden, waren Nasopharyngitis, Harnwegsinfekte, Bluthochdruck und infusionsbedingte Reaktionen.
Amgen beschreibt sie als überwiegend mild bis moderat. Abbrüche wegen Nebenwirkungen blieben selten und verteilten sich gleichmäßig zwischen den Behandlungsgruppen — ein Signal, dass das Sicherheitsprofil kein Hindernis für die weitere Entwicklung darstellt.
Dazodalibep ist ein potenzieller First-in-Class-Wirkstoff: ein CD40L-Antagonist-Fusionsprotein, das die Kommunikation zwischen T-Zellen, B-Zellen und anderen Immunzellen unterbrechen soll. Diese Einordnung als möglicher Klassenerster verleiht dem Programm zusätzliches kommerzielles Gewicht, sollte sich der Erfolg in weiteren Studien bestätigen.
Zweite Studie läuft bereits
Amgen treibt das Entwicklungsprogramm parallel voran. Die zweite Phase-3-Studie OASIZ 303, die Dazodalibep bei Patienten mit moderater bis schwerer symptomatischer Sjögren-Erkrankung untersucht, soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Hinzu kommt eine Langzeit-Verlängerungsstudie zur Sicherheit bei Teilnehmern aus beiden Hauptstudien.
Detaillierte Daten aus OASIZ 301 will das Unternehmen auf einem kommenden Fachkongress vorstellen. Bis dahin bleibt der jetzige Datenpunkt vor allem eines: ein früher, aber klarer Beleg dafür, dass Amgen im Autoimmun-Bereich einen ernsthaften Kandidaten in der Pipeline hat.
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