Amgen, Aktie

Amgen Aktie: Cashmaschine statt Biotech-Wette

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amgen übertraf im dritten Quartal die Gewinnschätzungen; Repatha-Daten und Pipeline-Erfolge ergänzen das etablierte Medikamentengeschäft.
Amgen, Aktie, Cashmaschine, Biotech-Wette, Gewinnschätzungen;, Repatha-Daten, Pipeline-Erfolge, Medikamentengeschäft Illustration mit AI erstellt.

Biotech heißt meist: Studiendaten, Zulassungen, Kurssprünge über Nacht. Amgen fährt ein anderes Modell. Der Konzern verdient sein Geld mit etablierten Medikamenten und legt Pipeline-Fantasie obendrauf. Seit der Aufnahme in eine KI-gestützte Dow-Strategie im Dezember 2024 summiert sich das Plus auf rund 72 Prozent.

Starke Zahlen, solide Basis

Im dritten Quartal übertraf Amgen die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn lag bei 6,45 Dollar je Aktie, rund 12 Prozent über der Konsensschätzung. Der Umsatz stieg um etwa 9 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Die Gewinnschätzungen hatte der Konzern auch in den acht Quartalen davor geschlagen.

Die Onkologie liefert dabei Konstanz. Das Lungenkrebsmittel Imdelltra wuchs im zweiten Quartal um 115 Prozent auf 288 Millionen Dollar. In einer Phase-3-Studie senkte die Kombination mit Imfinzi das Sterberisiko um 58 Prozent. Das Unternehmen erwirtschaftete im selben Quartal 3,5 Milliarden Dollar freien Cashflow.

Repatha liefert frische Daten

Neuen Rückenwind gibt es von Repatha. Eine große Real-World-Studie in der Fachzeitschrift American Journal of Preventive Cardiology zeigt: Bei Patienten mit atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung und früherer Statin-Therapie senkte Repatha das Risiko tödlicher oder nicht tödlicher Herzinfarkte um 20 Prozent gegenüber Ezetimib. Das dürfte Ärzten bei der Wahl zwischen beiden Optionen helfen.

Die Pipeline bietet zusätzlich Potenzial. Der monatlich dosierte Adipositas-Kandidat MariTide läuft in neun Phase-3-Studien. Dazodalibep erreichte Ende Oktober in einer Phase-3-Studie zum Sjögren-Syndrom den primären Endpunkt, für diese Erkrankung gibt es bislang kein zugelassenes Medikament.

Bewertung und Risiken

Die Aktie legte binnen eines Jahres knapp 60 Prozent zu und notiert nahe ihrem Jahreshoch. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei etwa 20. Die Dividende wurde 16 Jahre in Folge erhöht, die Rendite beträgt 2,2 Prozent.

Das Analystenbild ist nicht einheitlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 404 Dollar, TD Cowen und Cantor Fitzgerald hoben ihre Ziele am 4. November aber auf 531 und 465 Dollar an. Ein Fair-Value-Modell sieht den Wert bei rund 457 Dollar, knapp 4 Prozent unter dem Kurs.

Risiken bleiben. Prolia und Xgeva stehen unter Biosimilar-Druck, Enbrel unter Preisdruck. Die Schulden aus der Horizon-Übernahme belasten die Bilanz, und eine FDA-Warnung betrifft die Bewerbung von Vectibix.

Vorbörslich notierte die Aktie zuletzt bei 484,50 Dollar, ein Plus von 1,26 Prozent. Mit einem Beta von 0,42 schwankt sie deutlich weniger als der Gesamtmarkt.

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