AMG Aktie: Degroof Petercam kappt Kursziel, behält Kauf
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDegroof Petercam senkt heute das Kursziel für AMG von 40 auf 36 Euro und hält zugleich an der Kaufempfehlung fest. Trotz überraschend starker Quartalszahlen reduziert Analyst Frank Claassen seine Ergebnisschätzungen für 2027. Ausschlaggebend sind niedrigere Lithium- und Vanadiumpreise. Damit steht für Anleger die Haltbarkeit der jüngsten Ergebnisverbesserung im Mittelpunkt.
Kaufempfehlung mit vorsichtigerem Ausblick
Die Analysten bewerten vor allem das Lithiumgeschäft im dritten Quartal als positive Überraschung. AMG hebt die Prognose für das bereinigte EBITDA im laufenden Jahr auf rund 280 Millionen Dollar an. Zuvor hatte das Unternehmen 230 bis 250 Millionen Dollar erwartet.
Die neue Prognose liegt auch über den bisherigen Erwartungen des Analysehauses und des Marktes. Degroof Petercam hatte mit 250 Millionen Dollar gerechnet, der Konsens lag bei 269 Millionen Dollar. Das stärkere laufende Geschäft und die vorsichtigeren Annahmen für das Folgejahr erklären den Gegensatz zwischen höherer Unternehmensprognose und gesenktem Kursziel.
Für die Aktie spricht die operative Verbesserung, sofern AMG diese auch bei niedrigeren Rohstoffpreisen behaupten kann. Genau hier setzt Claassens vorsichtigere Einschätzung an: Seine reduzierten Schätzungen betreffen die künftige Ertragskraft, während die Kaufempfehlung bestehen bleibt.
Lithium trägt die Ergebnisverbesserung
Im dritten Quartal 2026 stieg das bereinigte Konzern-EBITDA um 22 Prozent auf 77,5 Millionen Dollar. Die entsprechende Marge erreichte 16,4 Prozent. Damit verbesserte AMG neben dem Ergebnis auch die Profitabilität.
Den entscheidenden Beitrag lieferte das Lithiumsegment einschließlich des brasilianischen Lithium- und Tantalgeschäfts. Dort trafen höhere Absatzmengen und bessere Lithiumpreise auf zusätzliche Unterstützung durch das Tantal-Nebenprodukt.
Das bereinigte EBITDA dieses Segments erreichte 36,7 Millionen Dollar nach 2,9 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Segmentumsatz stieg um 199 Prozent. Die Erholung erklärt damit einen wesentlichen Teil der angehobenen Jahresprognose.
In Brasilien profitierte AMG sowohl vom Lithiumabsatz als auch von den Erlösen je Tonne. Zugleich beeinflussten die Tantal-Nebenprodukterlöse die ausgewiesenen Produktionskosten günstig.
Der Preis für Lithiumkonzentrat lag bei 1.300 Dollar je Tonne nach 530 Dollar im Vorjahr. Die ausgewiesenen Produktionskosten betrugen minus 62 Dollar je Tonne. Dieser Kostenvorteil stützt das Ergebnis, solange die Nebenprodukterlöse entsprechend beitragen.
Schwächere Segmente begrenzen die Dynamik
Außerhalb des Lithiumgeschäfts fiel die Entwicklung schwächer aus. Das bereinigte EBITDA im Vanadiumsegment sank um 18 Prozent. Bei Technologies gingen der Umsatz um 29 Prozent und das bereinigte EBITDA um 40 Prozent zurück.
Die Ergebnisverbesserung verteilt sich damit ungleich auf die Geschäftsbereiche. Für eine breiter abgestützte Erholung müssten auch Vanadium und Technologies wieder stärker beitragen. Der Lithiumaufschwung trägt derzeit die positive Konzernentwicklung.
AMG erwartet für 2026 weiterhin einen positiven freien Cashflow. Ende September standen einer Nettoverschuldung von 469,4 Millionen Dollar verfügbare liquide Mittel von 550 Millionen Dollar gegenüber.
Für Anleger verbindet sich damit eine stärkere laufende Ergebnisbasis mit Preisrisiken für das Folgejahr. Die Kaufempfehlung von Degroof Petercam bleibt bestehen; das niedrigere Kursziel trägt den vorsichtigeren Erwartungen an Lithium und Vanadium Rechnung.
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