AMG Aktie: Citi senkt Kursziel trotz Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Citi hat heute das Kursziel für AMG Critical Materials von 52 auf 50 Euro gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Niedrigere erwartete Rohstoffpreise veranlassen die Bank zu vorsichtigeren Ergebnisschätzungen. Die AMG-Aktie verliert heute -3,8% und steht damit trotz der bestätigten Kaufempfehlung unter Druck.
Die Anpassung betrifft nicht nur die kurzfristigen Erwartungen. Analyst Ephrem Ravi reduziert seine Prognosen für die Folgejahre stärker als für das laufende Geschäftsjahr. Damit bleibt Citi grundsätzlich positiv für die Aktie, setzt beim erwarteten Ergebnisniveau aber niedrigere Maßstäbe an.
Rohstoffpreise drücken die Erwartungen
Für 2026 senkt Ravi seine EBITDA-Schätzung um 1 %. Entscheidend sind dabei die niedrigeren Rohstoffpreise, mit denen der Analyst nun rechnet.
Die Kürzungen werden mit zunehmendem Prognosehorizont deutlicher. Das ist für Anleger wichtig: Die bestätigte Kaufempfehlung bedeutet nicht, dass Citi die bisherigen Ertragsperspektiven unverändert sieht. Vielmehr verbindet die Bank ihre positive Bewertung mit vorsichtigeren Annahmen.
Für die beiden Folgejahre reduziert Ravi die EBITDA-Schätzungen um 7 % beziehungsweise 9 %. Die stärkeren Anpassungen betreffen damit die mittelfristige Ergebnisentwicklung und nicht allein das unmittelbar bevorstehende Quartal.
Absatzentwicklung bleibt uneinheitlich
Operativ erwartet Citi unterschiedliche Entwicklungen bei Spodumen und Vanadium. Der Spodumen-Absatz soll sich normalisieren. Bei Vanadium dürfte dagegen das Volumen sinken, weil Störungen bei der Versorgung mit gebrauchten Katalysatoren die Lieferkette belasten.
Für das dritte Quartal 2026 erwartet Citi ein EBITDA von 73 Mio. Euro. Das läge unter dem Vorquartal, aber ungefähr im Rahmen des AMG-Ausblicks.
Die Absatzannahmen zeigen, warum eine Normalisierung bei Spodumen allein noch keine durchgängige operative Entspannung bedeuten würde. Gleichzeitig bleibt die erwartete Ergebnisentwicklung nach Einschätzung der Bank mit dem Unternehmensausblick vereinbar.
Die Nettoschulden veranschlagt Citi als voraussichtlich stabil bei etwa 452 Mio. US-Dollar. AMG veröffentlicht die Quartalszahlen am 5. November.
Strategischer Status löst Projektrisiken nicht
Parallel zu den niedrigeren Ergebnisschätzungen erhielt AMG gestern eine positive Nachricht auf Projektebene: Die EU-Kommission stufte zwei Lithiumprojekte des Unternehmens als strategisch ein. Dieser Status kann Genehmigungen beschleunigen und die Finanzierung erleichtern. Automatische Zuschüsse oder eine Baugenehmigung sind damit jedoch nicht verbunden.
Auch lokale Vorbehalte bleiben relevant. Laut MDR kritisiert die Grüne Liga Osterzgebirge, AMG habe seine Pläne nicht benannt und keinen Kontakt zu Betroffenen gesucht. Der Verband warnt vor Auswirkungen auf Natur und Trinkwasserversorgung.
Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Zeithorizonte nebeneinander: Der strategische Status unterstützt die Projektperspektive, während Citi die kurzfristigen und mittelfristigen Gewinnerwartungen zurücknimmt. Die nächsten Quartalszahlen liefern den konkreten Prüfpunkt für die operativen Annahmen.
AMG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMG-Analyse vom 13. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten AMG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AMG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
