American Rare Earths Aktie: Halleck Creek wird teurer
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
American Rare Earths setzt bei seinem Vorzeigeprojekt Halleck Creek auf deutlich größere Dimensionen. Das Unternehmen legte gestern eine aktualisierte Scoping-Studie für die Cowboy State Mine vor, die als erste Entwicklungsphase des Vorkommens im US-Bundesstaat Wyoming konzipiert ist.
Die Neuplanung sieht eine signifikante Anhebung der jährlichen Verarbeitungskapazitäten und eine längere Minenlaufzeit vor, geht zugleich jedoch mit einem erheblich höheren Investitionsbedarf und veränderten Preisannahmen einher.
Höherer Durchsatz und gestiegener Kapitalbedarf
Der überarbeitete Entwurf kalkuliert mit einem jährlichen Durchsatz von 4,5 Millionen Tonnen Erz über eine Dauer von 26 Jahren. Im Vergleich zur Basisstudie aus dem Jahr 2025 entspricht dies einem Zuwachs der Verarbeitungskapazität um 50 Prozent sowie einer um sechs Jahre verlängerten Betriebsdauer.
Die durchschnittliche Förderung von Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) soll dadurch auf rund 2.500 Tonnen jährlich steigen, was einem Plus von 36 Prozent entspricht.
Auf Basis eines realen Diskontsatzes von 8 Prozent beziffert die Studie den Nettogegenwartswert (NPV) nach Steuern auf rund 1,07 Milliarden US-Dollar.
Bei einem Diskontsatz von 10 Prozent läge der Wert bei 764 Millionen US-Dollar, nach 558 Millionen US-Dollar im Modell von 2025. Der interne Zinsfuß (IRR) nach Steuern sinkt hingegen von 24 auf 21 Prozent.
Maßgeblichen Anteil an den veränderten Projektkennzahlen hat neben dem erweiterten Maßstab eine deutlich optimistischere Preisannahme. Für NdPr-Oxid setzt das Modell nun 151 US-Dollar je Kilogramm an, verglichen mit 91 US-Dollar in der vorherigen Studie.
Zudem verdoppelte sich das geschätzte Anfangskapital nahezu: Die notwendigen Anfangsinvestitionen klettern von 456 Millionen auf rund 900 Millionen US-Dollar, worin rund 210 Millionen US-Dollar an Puffern für Unvorhergesehenes enthalten sind. Die Amortisationszeit verlängert sich dementsprechend von 2,7 auf 6,9 Jahre ab der ersten Kapitalausgabe.
Herausforderungen bei Ausbeute und Finanzierung
Die aktualisierten metallurgischen Daten offenbaren zugleich verringerte Ausbeuteraten im Vergleich zur Vorgängerstudie. So wird die Rückgewinnungsquote für NdPr-Oxid mit 58,2 Prozent modelliert, nachdem zuvor 63,9 Prozent angesetzt worden waren. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei schwereren Seltenen Erden aus: Für Dysprosiumoxid wird die Quote mit 12,4 Prozent veranschlagt, gegenüber 66,5 Prozent in der vorherigen Schätzung.
Bis zu einer möglichen Inbetriebnahme im Jahr 2030 und dem anvisierten kommerziellen Förderbeginn 2031 verbleiben erhebliche Entwicklungsaufgaben. Die Studie begründet nach JORC-Standard noch keine Erzreserven, sondern basiert auf den bisher ausgewiesenen angezeigten Ressourcen (Indicated Resources).
Aktuell laufen Untersuchungen an einer 50-Kilogramm-Konzentratprobe beim US-Partner Novex, um die Rückgewinnung und die potenzielle Metallherstellung weiter zu verfeinern.
Weitere Testarbeiten finden bei Nagrom im australischen Perth und beim Saskatchewan Research Council in Kanada statt. Die Produktion von getrenntem Seltene-Erden-Oxid im Rahmen des Pilotprogramms wird für das Ende des zweiten Quartals 2027 angestrebt.
Eine wesentliche Hürde stellt zudem die künftige Projektfinanzierung dar. Zwar liegt der Gesellschaft eine unverbindliche Interessenbekundung der US-Export-Import-Bank vor, verbindliche Kreditzusagen existieren bislang jedoch nicht. Dem enormen Kapitalbedarf des Projekts stand zuletzt nach einer Platzierung ein Barmittelbestand von 18,6 Millionen Australischen Dollar gegenüber.
An der Börse schloss die Aktie gestern bei 0,2200 Euro, womit das Papier einen Rückstand von 55 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch aufweist. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Zuwachs von 6,8 Prozent. Die nächsten Entwicklungsschritte hängen nun primär davon ab, ob die anstehenden metallurgischen Pilotphasen die getroffenen Annahmen bestätigen können.
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