American Express Aktie: 350-Millionen-Strafe
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 08:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Geldbuße in dreistelliger Millionenhöhe, aber keine Wachstumsbremse: American Express hat eine Einigung mit den US-Aufsichtsbehörden erzielt. Die Strafe wegen Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung fällt hoch aus, die Auflagen bleiben jedoch überschaubar.
Was die Aufsicht vorwirft
Die Bankenaufsicht OCC verhängte gegen die American Express National Bank mit Sitz in Utah eine zivilrechtliche Strafe von 350 Millionen Dollar. Zudem erließ sie eine Unterlassungsanordnung. Parallel dazu ergingen entsprechende Anordnungen der US-Notenbank Federal Reserve gegen American Express und die Tochter Travel Related Services.
Die Behörde sieht Defizite im Programm nach dem Bank Secrecy Act. Es fehlte demnach an Ressourcen und an Personal mit ausreichender Expertise. Hinzu kamen Lücken bei internen Kontrollen, unabhängigen Tests und Schulungen für Mitarbeiter und Direktoren.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf zur Überwachung: Verdächtige Aktivitäten im Umfang von rund 13 Milliarden Dollar, die mit handelsbasierter Geldwäsche zusammenhängen sollen, seien über ein Jahrzehnt nicht rechtzeitig erkannt und gemeldet worden. Comptroller Jonathan Gould betonte, Banken dieser Größe müssten ausreichend Mittel für die Geldwäscheprävention bereitstellen. Sie sei für die wirtschaftliche wie nationale Sicherheit zentral.
Finanzielle Folgen begrenzt
Für das Unternehmen fällt die Belastung geringer aus, als die Summe vermuten lässt. In einer Pflichtmitteilung teilte American Express mit, einen Teil der Strafe bereits in früheren Perioden zurückgestellt zu haben. Die Prognose für 2026 bleibt deshalb unverändert.
Ebenso wichtig: Die Anordnungen enthalten weder eine Bilanzobergrenze noch strukturelle Wachstumsbeschränkungen. Das Management erwartet, dass die laufenden Kosten für die Nachbesserung weder die langfristige Entwicklung noch den Ausblick für 2027 beeinträchtigen.
Die Börse reagierte verhalten. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie zunächst um knapp 2 Prozent nach, im späteren Handel in New York lag das Minus bei etwa 0,5 Prozent bei rund 306,69 Dollar. Am Donnerstag hatte das Papier noch 1,27 Prozent zugelegt.
Marktbeobachter dürften nun darauf schauen, wie zügig der Konzern seine internen Kontrollsysteme modernisiert. Genau das verlangen die Anordnungen von OCC und Federal Reserve.
American Express-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue American Express-Analyse vom 9. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten American Express-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für American Express-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
American Express: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
