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AMD Aktie: Roth-MKM und Raymond James peilen 650 Dollar an

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Starke Quartalsdaten, neue Milliardenfinanzierung und höhere Analystenziele prägen AMDs KI-Strategie, während die Aktie unter ihrem 52-Wochen-Hoch bleibt.

AMD-Aktie: Analysten erhöhen Kursziele trotz verhaltener Kursreaktion
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf technologische Innovation und Marktwachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

AMD ist gerade das Lieblingsprojekt der Wall-Street-Analysten – und trotzdem kommt die Aktie nicht so recht vom Fleck. Für mich ist das die eigentliche Geschichte dieser Tage: Die fundamentale Story wird immer glänzender, während der Kurs sie nur zögerlich nachvollzieht.

Raymond James traut sich weit vor

Am 25. August hat Raymond-James-Analyst Simon Leopold AMD von Outperform auf Strong Buy hochgestuft und das Kursziel auf 641 Dollar angehoben – von zuvor 565 Dollar. Wenige Tage zuvor, am 20. August, hatte Roth-MKM-Analyst Suji Desilva sein Kaufrating bestätigt und sein Ziel auf 650 Dollar erhöht. Zwei Häuser, zwei sehr ähnliche Botschaften: Sie sehen bei AMD noch erhebliches Potenzial, getrieben vor allem vom Rechenzentrumsgeschäft.

Diese Einschätzungen sind aktuell und frisch – und genau deshalb muss man sie ernst nehmen. Wenn zwei unabhängige Analysten binnen einer Woche ihre Ziele in Richtung 650 Dollar schieben, ist das kein Rauschen, sondern ein Signal. Unterm Strich spricht das dafür, dass die Substanz hinter der Rally noch nicht ausgereizt ist.

Die Zahlen liefern die Munition

Der Optimismus kommt nicht aus dem Nichts. Anfang August meldete AMD für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 11,54 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von 1,66 Dollar – beides über den Erwartungen.

Berichten zufolge lag das Wachstum vor allem am Data-Center-Geschäft, während auch die Sparten Client und Embedded die Konsensschätzungen von Visible Alpha übertrafen. Das ist für mich der eigentliche Kern der Bullen-These: AMD liefert nicht nur eine Erzählung, sondern belastbare Zahlen quer über mehrere Geschäftsbereiche.

Kurz nach den Zahlen kam allerdings ein Dämpfer: Medienberichten zufolge reagierte die Aktie negativ, nachdem Elon Musk erklärt hatte, SpaceX werde künftig ausschließlich auf Nvidia-Chips setzen. Das zeigt, wie sensibel der Markt auf jede Nachricht reagiert, die AMDs Position im KI-Wettlauf infrage stellen könnte – selbst wenn die eigenen Quartalszahlen stark sind.

Kapitalmarkt-Offensive für die KI-Ambitionen

Um die Wachstumsstrategie zu finanzieren, platzierte AMD eine Anleihe über 4,75 Milliarden Dollar – laut Medienberichten die größte Dollar-Anleihe in der Unternehmensgeschichte. Das Geld soll den Ausbau in den Bereichen künstliche Intelligenz und Rechenzentren stützen.

Für mich ist das ein klares Bekenntnis: AMD will die aktuelle Nachfragewelle nicht verstreichen lassen, sondern mit frischem Kapital untermauern. Wer so aggressiv investiert, signalisiert Zuversicht in die eigene Wachstumsstory – aber es erhöht auch den Druck, die hochgesteckten Erwartungen tatsächlich zu erfüllen.

Gremienwechsel als Randnotiz

Parallel dazu hat AMD sein Board neu aufgestellt: Tim Ryan zog zum 19. August ins Gremium ein, nachdem Joseph Householder nach mehr als elf Jahren im Board in den Ruhestand ging. KC McClure übernahm den Vorsitz des Audit- und Finanzausschusses, Nora Denzel trat diesem Ausschuss bei. Diese Personalie ist für die Kursentwicklung nachrangig, gehört aber zum Gesamtbild eines Unternehmens, das sich derzeit auf allen Ebenen neu justiert.

Mein Fazit

Aktuell notiert die Aktie bei 407,40 Euro und damit rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro – ein Abstand, der zeigt, dass der Markt die frischen Analysten-Kursziele noch nicht eingepreist hat.

Für mich überwiegen die Chancen: Starke Quartalszahlen, eine milliardenschwere Kapitalspritze für den KI-Ausbau und zwei aktuelle Analysten-Upgrades in Richtung 650 Dollar ergeben ein stimmiges Bild.

Die Lücke zwischen Kurs und Kurszielen dürfte sich in den kommenden Wochen als Prüfstein erweisen – entweder holt die Aktie auf, oder der Markt bleibt skeptischer, als es die Analystenzunft gerade ist.

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