AMD Aktie: Marge bremst Rekordquartal
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 02:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rekordumsatz, verdoppeltes Datacenter-Geschäft, ein Ausblick über dem Konsens — und trotzdem rutscht die Aktie im nachbörslichen Handel ab. Bei AMD zeigt sich gerade, wie hoch die Messlatte für KI-Gewinner mittlerweile liegt. Wer nur die Erwartungen schlägt, reicht dem Markt offenbar nicht mehr.
Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 lesen sich zunächst beeindruckend. Der Umsatz kletterte um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar und übertraf den Analystenkonsens von rund 11,3 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,66 Dollar, ebenfalls über den erwarteten 1,61 Dollar. Der Nettogewinn stieg von 872 Millionen auf 2,3 Milliarden Dollar.
Datacenter treibt, Marge bremst
Zugpferd bleibt das Rechenzentrumsgeschäft. Die Datacenter-Sparte setzte 6,7 Milliarden Dollar um, mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts — getrieben von CPU- und GPU-Verkäufen für KI-Anwendungen. Client- und Gaming-Geschäft wuchs dagegen nur um 6 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar, das Embedded-Segment legte um 19 Prozent auf 977 Millionen Dollar zu.
Der Haken liegt in der Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge kam bei 56 Prozent herein, während der Markt eher in Richtung höherer Werte spekuliert hatte — ein Signal dafür, dass der Ausbau des KI-Chipgeschäfts zunächst margenschwächer ausfallen kann als erhofft. Genau das dürfte der eigentliche Grund für die Kursreaktion sein: Der Markt wollte nicht nur einen soliden Beat, sondern einen echten Ausbruch nach oben sehen.
Guidance über Konsens, aber unter den Höchstschätzungen
Für das dritte Quartal stellt AMD einen Umsatz von etwa 13 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von 300 Millionen Dollar nach oben oder unten. Das liegt über der Konsensschätzung von 12,52 Milliarden Dollar — allerdings unter den Erwartungen einzelner Analysten, die bis zu 14 Milliarden Dollar für möglich gehalten hatten.
Im Hintergrund steht eine deutlich nach oben korrigierte Markteinschätzung: AMD rechnet inzwischen mit einem globalen Halbleitermarkt von rund 2 Billionen Dollar jährlich bis 2028, wovon KI-Beschleuniger allein 1,4 Billionen Dollar ausmachen sollen — ein Vielfaches der zuvor veranschlagten 500 Milliarden Dollar. CFO Jean Hu begründete den optimistischen Ausblick mit einer erwarteten Beschleunigung der Datacenter-Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte.
Ab diesem Jahr soll zudem Helios ausgeliefert werden, AMDs erstes komplettes Rack-System für KI-Rechenzentren, mit Kunden wie Meta, OpenAI und Oracle. Ob die Marge dabei mithalten kann, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen — genau dort setzte die Enttäuschung diesmal an.
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