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AMD Aktie: Google arbeitet an zehnter TPU-Generation

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 16:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD ernennt neue Board-Mitglieder, während Berichte über gemeinsame KI-Chip-Entwicklung mit Google kursieren. Aktie bleibt trotz Rekordumsätzen unter Druck.

AMD erweitert Board: Neubesetzungen und KI-Chip-Gerüchte mit Google
Abstrakte Darstellung moderner Rechenzentrum-Infrastruktur mit leuchtenden Glasfaserkabeln und KI-Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

AMD baut sein Kontrollgremium um. Tim Ryan, Head of Technology and Business Enablement bei Citi, zieht mit Wirkung vom heutigen Mittwoch in den Board of Directors ein, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Er ersetzt Joseph Householder, der nach mehr als elf Jahren im Gremium in den Ruhestand geht. Parallel übernimmt KC McClure den Vorsitz des Audit & Finance Committee, Nora Denzel rückt neu in diesen Ausschuss nach.

Die personelle Erneuerung fällt in eine Phase, in der AMD operativ so stark wächst wie selten zuvor – der Aktienkurs allerdings deutlich unter seinem Rekordhoch notiert. Das Papier steht aktuell bei 400,30 Euro und hat sich damit gut ein Fünftel von seinem 52-Wochen-Hoch bei 511,70 Euro entfernt.

Auf Sicht von 30 Tagen büßte die Aktie 16 Prozent ein, auf Wochensicht 4,5 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 118 Prozent zu Buche.

Google und AMD offenbar an neuem KI-Chip beteiligt

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Medienbericht, wonach Google und AMD gemeinsam an der zehnten Generation der Tensor Processing Unit arbeiten. Es wäre AMDs erstes größeres Engagement in einem kundenspezifischen KI-Chipprojekt dieser Art.

Die Kooperation soll auf TPUs mit integrierten CPU-Kernen im gleichen Gehäuse zielen, ausgelegt für Workloads im Bereich Reinforcement Learning. Weder Google noch AMD haben sich bislang öffentlich dazu geäußert, der Bericht stammt aus Recherchen von SemiAnalysis, veröffentlicht über Tom's Hardware.

Sollte sich die Zusammenarbeit bestätigen, würde AMD seine Position im lukrativen Markt für maßgeschneiderte KI-Beschleuniger ausbauen – ein Feld, das bislang stark von Nvidia und hauseigenen Cloud-Chips dominiert wird.

Effizienzfortschritt und Übernahme flankieren die Wachstumsstory

AMD meldete zudem, bis Mitte des Jahres eine vierfache Steigerung der Energieeffizienz bei KI-Anwendungen gegenüber der Basislinie von 2024 erreicht zu haben – mehr als das ursprünglich für diesen Zeitpunkt anvisierte dreifache Ziel. Der Wert kombiniert gemessene Produktdaten mit modellierten Schätzungen und ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer zwanzigfachen Verbesserung bis 2030.

Anfang August hatte AMD zudem eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Taalas bekanntgegeben, einem 2023 gegründeten Start-up aus Toronto, das auf spezialisierte Silizium-Lösungen für KI-Inferenz spezialisiert ist. Die Technologie soll Rechen- und Speicher-Engpässe in Inferenz-Datenflüssen reduzieren. Finanzielle Details zur Transaktion nannte AMD nicht.

Bilanz bleibt robust, Bewertung unter Druck

Das operative Fundament liefert weiterhin die im August vorgelegte Quartalsbilanz: Im zweiten Quartal erzielte AMD einen Rekordumsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 54 Prozent.

Das Segment Rechenzentren wuchs um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar und steuerte damit 58 Prozent zum Konzernumsatz bei. Für das laufende Quartal stellt AMD rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, was einem Wachstum von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Finanziert wird die Expansion auch über eine im August platzierte Anleihe im Volumen von 4,75 Milliarden US-Dollar, die größte Dollar-Bondemission in der Unternehmensgeschichte, aufgeteilt auf vier Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren.

An der Börse spiegelt sich die Wachstumsgeschichte derzeit nur gedämpft: Mit einem 14-Tage-RSI von 43 gilt die Aktie technisch als neutral bis leicht überverkauft, der Kurs liegt zehn Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Vom Tief der vergangenen 52 Wochen bei 126,50 Euro trennen das Papier dennoch mehr als 200 Prozent.

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